Mehr Kontrollen, weniger Freilauf

Hunde und Herrchen: Stadt wird strenger

München - Geht die Stadt noch richtig mit den Hunden um? Die Antwort lautet Nein: Jetzt will das KVR Hunde und Herrchen an die Leine nehmen! Über die „Neue Münchner Linie“ entscheidet nächsten Dienstag der Stadtrat.

Beim Straßenfest rastete Bippo wieder aus: Der Labrador-Mischling hat am 9. Juni 2012 am Athener Platz in Harlaching ein zweijähriges Mädchen ins Gesicht gebissen und furchtbar verletzt. Das war einer von 371 gemeldeten Vorfällen mit Hunden im vergangenen Jahr, die Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle nachdenklich stimmten: Geht die Stadt noch richtig mit den Hunden um? Die Antwort lautet Nein: Jetzt will er Hunde und Herrchen an die Leine nehmen! Über die „Neue Münchner Linie“ entscheidet nächsten Dienstag der Stadtrat.

Nach der Beiß-Attacke von Harlaching verschärfte das KVR bereits die Verfolgung: Nach den 371 Vorfällen belehrte die Behörde 163 Hundehalter. In weiteren 140 Fällen gab es Anordnungen – vom Maulkorb bis zur Beschlagnahmung des Tiers. Im Jahr 2011 lagen die Zahlen noch halb so hoch. Und dabei verfolgte das KVR fast nur noch die Halter, deren Hunde Menschen verletzten – und nicht mehr, wenn sie über ihre Artgenossen herfielen, obwohl das oft ein Alarm-Signal sei. Außerdem geht das KVR gar nicht selbst Streife. Blume-Beyerle stellt selbst fest: „Dies ist angesichts des Sicherheitsrisikos nicht hinnehmbar.“ Darum fordert er sechs neue Stellen.

Die Hunde-Streife soll die „Neue Münchner Linie“ kontrollieren: Künftig bleibt die Stadt zwar Freilauf-Zone für unsere 32 000 Vierbeiner, aber es soll in der neuen Verordnung viel mehr Gebiete mit Leinenzwang geben. Dazu gehören künftig: der komplette Bereich innerhalb des Altstadtrings, alle Fußgängerzonen, Spielstraßen, Märkten und Veranstaltungen in der ganzen Stadt! In Grünanlagen und auf Spielplätzen gelten bereits Regeln. Dem armen Mädchen von Harlaching hätte das nichts gebracht – Bippo war angeleint.

Rein rechtlich gilt der Leinenzwang nur für Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern. Weil Blume-Beyerle dies aber auch für kleinere Hunde für sinnvoll hält, soll das Innenministerium die Möglichkeit schaffen. Wer den Hundeführerschein macht, soll einmalig von den 100 Euro Hundesteuer befreit werden.

David Costanzo

Rubriklistenbild: © dpa

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