Strafen bis zu 1000 Euro

Hundepolizei: So lief das erste halbe Jahr

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KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle zieht Bilanz zur neu eingeführten Hundeverordnung.

München - Seit einem halben Jahr patrouilliert die Hundepolizei durch die Landeshauptstadt. Für manche Vergehen kann es für die Halter richtig teuer werden. Jetzt zieht KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle eine erste Bilanz.

Erwischen sie einen großen Hund auf dem Spielplatz, wird es richtig teuer: Dann können Christos Nikolopoulos (40) und Florian Hanemann (26) satte 200 Euro verlangen. Denn die beiden Männer sind die Münchner Hundepolizei. Seit einem halben Jahr sind sie innerhalb des Altstadtrings im Einsatz. Jetzt zieht KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle eine erste Bilanz.

Achtung, hier wacht die Hundepolizei! Von früh bis spät kontrollieren Nikolopoulos und Hanemann, ob die seit einem Jahr bestehende Hundeverordnung eingehalten wird. 32 000 Zamperl leben in München, und die dürfen mit kleinen Einschränkungen spielen und toben. Beispielsweise müssen sie in Parks auf Wegen in „Grünen-Poller-Bereichen“ an die Leine. „Die Verordnung kommt gut an, auch bei den Hundebesitzern“, sagt Christos Nikolopoulos. „Die meisten zeigen sich einsichtig, aber manche interessiert das einfach nicht. Da ist dann schon mal ein Bußgeld fällig. Das hängt von der Schwere des Vergehens ab.“ Insgesamt war die Hundepolizei bereits 286-mal auf Streife, 36-mal musste ein Hundehalter blechen.

Das sind die Aufpasser

Die Aufpasser.

Christos Nikolopoulos (40, r.) und Kollege Florian Hanemann (26) sprachen über 200 Belehrungen aus. 29 Mal rückten sie an, weil sich Anwohner über Hundedreck beschwerten. 36 Hundehalter mussten Bußgelder zahlen. Eine Verwarnung, etwa wenn ein Hund ohne Leine läuft, kostet 55 Euro. Ein schwerer Verstoß (Kampfhund ohne Maulkorb) kostet bis zu 1000 Euro.
Wer jetzt beim Gassigehen einen Ratschlag braucht: Die Hundekontrolleure stehen mit Rat und Tat zur Seite. Hundehalter können aber auch eine App installieren, die etwa über die Leinenpflicht informiert. Kostenlos unter www.muenchen.de/hunde

Wie finden Sie die Hundeverordnung? Die tz hörte sich bei Hundehaltern um:

Ohne ist gefährlich

Ich unterstütze die Hundeverordnung. Freilaufende Hunde gefährden sich und andere, z.B. Autofahrer. Ich habe täglich mit verletzten Hunden zu tun, die angefahren wurden. Die waren alle nicht angeleint. Das ist verantwortungslos. Julia Homann (27),

Tiermedizinerin aus Dachau, mit Max (l.) und einem Pflege-Hund 

Hundeführerschein einführen!

Britta Weller.

Ich befürworte die neue Regelung und auch das Bußgeld bei Verstößen. Verbale Sanktionen sind ja oft nicht erfolgreich. Am besten sollte man gleich einen Hundeführerschein einführen. Dann kann man bei jedem Einzelnen beurteilen, ob er an die Leine gehört. Das Herrchen ist in der Pflicht.
Britta Weller (41), Flugbegleiterin aus München, mit Labrador Nelly
Leinenpflicht für alle

Ich finde die Leinenpflicht gut, weil das stressfreier für Mensch und Tier ist. Das sollte allerdings für alle Hunde gelten – gerade auch für die kleinen. Die sind meistens viel schlimmer. Hunde in Großstädten zu halten, ist eigentlich nicht artgerecht.

Christine Prechtl (62), Drogistin aus Weiden, mit Hündin Luna

Philipp Maluska

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