Hunderte Haushalte seit Tagen ohne TV!

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Bohren im vereisten Boden: Techniker suchen in der Paul-Hindemith-Allee nach der defekten Kabelkupplung

München - Bei Ellen Kraus (61) funktionieren seit fünf Tagen weder Fernsehen, Internet noch Telefon. Schuld ist ein defektes Kabel in Freimann – Hunderte Kunden sind betroffen!

Kein geliebter Tatort am Sonntag, kein Wer wird Millionär am Montag – stattdessen stundenlanges Warten in der Kunden-Hotline von Kabel Deutschland: Bei Ellen Kraus (61) funktionieren seit fünf Tagen weder Fernsehen, Internet noch Telefon. Schuld ist ein defektes Kabel in Freimann – Hunderte Kunden sind betroffen!

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Es ist Samstag um 13 Uhr, als die Rentnerin telefonieren möchte, doch die Leitung ist tot. „Kein Programm verfügbar“, steht auch auf der Mattscheibe. Ellen Kraus ruft vier Mal bei der Kunden-Hotline an, fliegt aber jedesmal aus der Leitung. „Als ich endlich durchkam, gab mir der Mitarbeiter nur lapidare Antworten. Man arbeite an dem Problem.“ Am Montag ruft die 61-Jährige erneut bei Kabel Deutschland an. „Wir haben das Problem behoben, heute um 14 Uhr geht’s wieder“, teilt man ihr mit. Doch als Ellen Kraus den Fernseher einschaltet, sieht sie wieder – nichts. „Ich habe immer wieder angerufen und bekam keine Antwort. Da fühlt man sich als Kunde total verarscht!“

Am Mittwoch, fünf Tage nach Start der Störungen, beginnen Techniker mit den Tiefbauarbeiten an der defekten Kabelkupplung. „Der vereiste Boden erschwert die Reparatur. Was sonst zwei Stunden dauert, braucht jetzt zwei Tage“, sagt Kabel-Deutschland-Sprecherin Gisela Bauer . „Die Kunden können wir nicht über das Problem informieren, da sie ja kein Telefon haben.“ Doch auch auf der Homepage findet sich keine Erklärung für die Störungen. In Pöcking beim Starnberger See klagen knapp 300 Kunden über das selbe Kommunikationsproblem – auch sie bekommen statt Infos nur schwarze Mattscheiben.

Pikant: Erst am 1. Februar bekam Kabel Deutschland den „Deutschen Servicepreis 2012“ verliehen. Ein Kommentar des Vorstandsvorsitzenden Adrian von Hammerstein klingt wie ein Eingeständnis, dass es beim Kundendienst in letzter Zeit Verschlechterungen gegeben habe. „Das Niveau, für das wir ausgezeichnet wurden, wollen wir so schnell wie möglich wieder erreichen.“ Ellen Kraus kann nicht nachvollziehen, wieso erst am Mittwoch mit der Reparatur begonnen wurde: „Bei einer Beerdigung kann man doch auch problemlos den vereisten Boden aufschneiden. Das ist eine komplette Ausrede, um die Kunden hinzuhalten!“

Den Anbieter wird sie wechseln.

Christina Lewinsky

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