Aktion der Flüchtlinge

Hungerstreik: Asyl-Anführer erhält im Gericht Beifall

+
Die streikenden Asylbewerber bei einer Pressekonferenz am Rindermarkt.

München - Knapp ein Jahr nach dem Hungerstreik-Camp von Asylbewerbern in der Münchner Innenstadt steht der Leiter der Aktion seit Montag vor Gericht. Von den Besuchern im Gerichtssaal erhielt er Beifall.

Der 25 Jahre alte Iraner muss sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung verantworten. Laut Anklage soll er mit etwa 30 Mitstreitern durch eine Sitzblockade die Räumung des Zeltlagers auf dem Rindermarkt erschwert und nach drei Polizisten getreten haben.

Zu den konkreten Vorfällen wollte sich der 25-Jährige zum Prozessauftakt nicht äußern. Er geißelte in einer politischen Erklärung die „Unterdrückung“ von Flüchtlingen. Beifall bekam er von Zuhörern, die zuvor am Amtsgerichtsgebäude für ein Bleiberecht der Asylbewerber demonstriert hatten.

Bilder: Asyl-Hungerstreik spitzt sich zu

Bilder: Asyl-Hungerstreik spitzt sich zu

Die gewaltsame Beendigung des Hungerstreiks hatte Ende Juni 2013 bundesweit Aufsehen erregt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der damalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatten den Polizeieinsatz mit Gefahr für das Leben der Hungerstreikenden begründet.

Nach Angaben eines Polizeibeamten war der Iraner unter Androhung körperlicher Gewalt vergeblich aufgefordert worden mitzukommen. Der Angeklagte habe sich mit Händen und Füßen gegen seinen Abtransport gewehrt. Nach dem Eindruck des Zeugen wollte ihn der Mann mit seinen „ungezielten“ Schlägen und Tritten aber nicht verletzen: „Er wollte einfach nicht mit.“ Der Prozess am Amtsgericht wurde vertagt, weil zwei Kollegen des Zeugen ihrer Vorladung nicht gefolgt waren.

dpa

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion