Die Mitarbeiter demonstrieren am Odeonsplatz

HVB-Service-Abbau: Vier Filialen betroffen

München - Hat meine Filiale überhaupt noch offen? Viele Hypovereinsbank-Kunden waren am Montagnachmittag verunsichert.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die HVB den persönlichen Service nachmittags einschränken und stattdessen verstärkt auf Automaten setzen will – offiziell, um am Schalter mehr Zeit für Beratungsgespräche zu haben.

Stehen die Kunden dann vor verschlossener Tür? Machen die Schalter in allen 120 Münchner Geschäftstellen dicht? Und was tun Kunden, die am Computer nicht fit sind? Die tz hat nachgehakt.

Vorweg: Die Münchner sind mit einem blauen Auge davon gekommen. „Deutschlandweit werden bis Mai 200 der 650 Geschäftsstellen umgestellt, der Schwerpunkt liegt in Norddeutschland“, so HVB-Sprecher Ralf Horak. In München beträfe dies lediglich vier von 120 Filialen. Eine in Bogenhausen (welche, wollte die Bank noch nicht bekanntgeben) werde bis Ende des Jahres umstrukturiert. Bei drei anderen im Osten der Stadt solle bis Mai 2009 geprüft werden, ob und wie stark der Kassenservice eingeschränkt wird. „Es handelt sich um Filialen, bei denen das Beratungsaufkommen besonders hoch ist.“

Horak verspricht, dass hier „keiner vor verschlossenen Türen steht“. „Selbstverständlich bleiben die Filialen – entgegen einiger Berichte – geöffnet.“ Zwar könnten an den Schaltern keine Überweisungen oder Daueraufträge mehr getätigt werden. „Aber wenn Kunden Probleme am Automaten haben, helfen unsere Mitarbeiter.“

„Eine Bank verdient nur Geld, wenn sie auch Geschäfte mit den Kunden macht“, erklärt Horak die Maßnahmen. Insofern könne diese Umstrukturierung auch helfen, Verluste in schwächeren Filialen abzufedern und so langfristig Stellen zu sichern.

Die Angestellten bleiben skeptisch. „Die Erfahrung zeigt, dass eine Automatisierung immer bedeutet, dass Funktionen wegfallen“, so Sigrid Stenzel von Verdi. „Ich halte die Begründung für vorgeschoben. Außerdem übernehmen nun Mitarbeiter, die vorher Serviceaufgaben hatten, höher qualifizierte Aufgaben. Langfristig senkt das die Tarife.“

Die Wut im Bauch der HVB-Beschäftigten wächst: Seit das italienische Unternehmen UniCredit die bayerische Bank 2005 übernommen hat, sind hunderte Jobs gestrichen worden, 2500 sollen voraussichtlich folgen. Schon lange war die Demo gestern um 17.30 Uhr am Odeonsplatz geplant, Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Standortsicherung und Kündigungsschutz. Mit dem Service-Abbau in den Filialen haben die Demonstranten nun einen weiteren Tagesordnungspunkt dazu bekommen.

nba

Quelle: tz

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