Hygiene-Ampel für Restaurants: Münchner Wirte schäumen

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Ein Entwurf für die Hygiene-Ampel

München - Grün, Gelb, Rot: Ampelfarben sollen uns künftig zeigen, wie sauber es in der Wirtshausküche oder an der Würstlbude zugeht. Doch die Münchner Wirte sind alles andere als begeistert.

Es kocht in der Münchner Gastronomie, die Wirte fühlen sich in die Pfanne gehauen: Sie müssen vor ihren Lokalen demnächst eine sogenannte Hygiene-Ampel anbringen. Dieses neue Rezept gegen Schweinereien in der Küche haben die Verbraucherschutz-Minister der Länder auf einer Konferenz in der Becks-Bier-Metropole Bremen ausgeflaschelt – seit Donnerstag ist der Politiker-Schmarrn beschlossene Sache. Die Gastronomie spricht von einem „modernen Pranger“ zwischen Weißbier, Radi und Leberkas.

Gut genährte Beamtenhirne haben das – wie es offiziell heißt – „Kontrollbarometer“ ersonnen. Es funktioniert wie eine Verkehrsampel: Grün steht für keine oder nur geringfügige Mängel, gelb bedeutet mittlere Mängel, rot signalisiert schwerwiegende Beanstandungen.

Der Termin der Einführung stand am Donnerstag zwar noch nicht fest. Aber die hessische Verbraucherschutz-Ministerin Lucia Puttrich (CDU), Vorkämpferin für saubere Küchen, will nichts anbrennen lassen: Nach ihrem Geschmack soll die Ampel schon zum 1. Januar in Betrieb gehen. Die stammt übrigens aus einer typischen Kar­toffelanbau-Re­gion – dort schwören die Menschen auf die dolle Knolle!

Im Gegensatz zu den Ministern, findet jedenfalls Wiesnwirte-Sprecher Toni Roiderer: „Mit der Hygiene-Ampel wird der Willkür Tür und Tor geöffnet. Da kann ein einzelner Kontrolleur einen kompletten Betrieb kaputt machen.“ Na, Mahlzeit!

Andreas Beez, Stefan Dorner

Der Gegenvorschlag: Freiwilliges Gütesiegel

Bayerns Wirte starten eine eigene Initiative, um die Qualität weiter zu verbessern. Ab Herbst wollen sie Gastro-Management-Seminare anbieten. Am Ende sollen die Teilnehmer Zertifikate erhalten, die sie in ihren Lokalen aushängen können. Im Rahmen der Seminare würden die Teilnehmer u. a. zu den Themen Hygienemaßnahmen und Serviceverbesserungen geschult. Die Programme sollten in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer entstehen, sagte BHG-Sprecher Frank-Ulrich John der tz. Münchens BHG-Kreischef Konrad Mayer forderte die Kontrolleure auf, nicht nur auf Bestrafung, sondern verstärkt auch auf Beratung zu setzen. „Es ist ja teilweise schon für uns Deutsche schwierig, die Bestimmungen im Hygienrecht zu verstehen. Was sollen denn da erst beispielsweise die chinesischen Kollegen sagen?“

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