Hygiene-Mängel: Noch viel mehr Fälle

München - Nach den festgestellten Hygiene-Mängelen am Herzzentrum und der Rinecker-Klinik sind noch weitere Fälle aufgetaucht. Die städtischen Kontrolleure mussten heuer schon 18 Mal ausrücken.

Die Probleme am staatlichen Herzzentrum und der privaten Rinecker-Klinik sind bei Weiten nicht die einzigen Hygiene-Mängel an Münchner Krankenhäusern (tz berichtete). Aus einer Aufstellung des Gesundheitsreferats geht hervor, dass die städtischen Kontrolleure heuer bis Anfang -Oktober schon 18-mal zu 13 Kliniken ausrücken mussten.

Die Anlässe sind unappetitlich: Dreimal steckten sich gehäuft Patienten mit resistenten Erregern an - und zwar in Risikobereichen großer Kliniken! Zweimal ermittelte das Gesundheitsamt außerdem in Krankenhäusern wegen des Verdachts auf Übertragung mit infektiösen Leberentzündungen. Sechsmal gab es zusätzlich Beschwerden über Hygiene-Missstände, die Patienten gefährden. Gesundheitsreferent Joachim Lorenz schätzte die Zahl solcher akuter Einsätze auf 20 im Jahr.

Für die Überwachung aller 7800 Einrichtungen verfügt Lorenz über 8,5 Ärzte-Stellen, von denen zuletzt nur die Hälfte besetzt gewesen sei. Ursache: Es gebe nur wenige Experten - und die verdienten in privaten Labors bis zu 40 000 Euro im Jahr mehr als bei der Stadt. Wegen des Personalmangels komme man nicht mit der Bearbeitung einer Hygiene-Checkliste des Freistaats nach, sagte Lorenz. Bis Mitte 2012 soll das aber nachgeholt sein.

tz

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