Unrat, Spinnweben und Rattenkot

Hygienemängel bei vinzenzmurr

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München - "Unrat, Spinnweben und Rattenkot" - die Münchner Metzgereikette Vinzenzmurr ist mit dem Versuch gescheitert, die Veröffentlichung von Berichten über Hygienemängel in mehreren Filialen zu verhindern.

Anderthalb Jahre lang hat die Metzgereikette Vinzenzmurr versucht, mangelhafte Ergebnisse gleich mehrerer Lebensmittelüberprüfungen vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten – zog dafür sogar vor Gericht. Doch die Richter des Verwaltungsgerichts gaben der Stadt recht. Jetzt hat die Bayerische Staatsregierung die Ergebnisse der Hygienekon­trollen aus dem Jahr 2011 sogar im Internet veröffentlicht.

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Insgesamt 24 Filialen nahmen die Kontrolleure der Münchner Lebensmittelünerwachung am 30. März 2011 unter die Lupe. In 17 Geschäften gab es Hygienemängel. Unglaublich: Die Kontrolleure finden grünlich verfärbte, ranzig riechende Bratenwürfel, faulig schmeckende Leber und Schweinshaxe, „die deutlich ranzig roch sowie ranzig schmeckte“. Hähnchenschenkel und Wurstabschnittstreifen schmeckten „verdorben“, Hähnchenfleisch gar „faulig“.

Ein mikrobiologischer Befund ergab einen hochgradigen Gehalt an „Keimen sowie Hefen und Schimmelpilzen“. Ein Glück für die Kunden: Gesundheitsgefahr hat wohl nicht bestanden – auch sind zum Verzehr ungeeignete Lebensmittel nicht verkauft worden.

Gravierende Hygienemängel herrschten auch in den Betriebs- und Verkaufsräumen: Die Kontrolleure finden Unrat, Spinnweben und Rattenkot auf dem Fußboden unter der Fleisch- und Wursttheke. In den Ecken und Fugen: erhebliche Rückstände von Schmutz und Fett. Die Tür im Kühlhaus war mit schwarzem Schimmel verunreinigt. In den Rohrleitungen klebten alte Lebensmittelreste.

Die Konsequenz: Vinzenzmurr kassiert insgesamt 29 Bußgeldbescheide. Nach Angaben des Kreisverwaltungsreferats (KVR) verhängte die Stadt Bußgelder in Höhe von 50 000 Euro. „Natürlich wird der Betrieb laufend kontrolliert“, sagt KVR-Referent Wilfried Blume-Beyerle. Seit den Vorfällen im Frühjahr 2011 habe es rund 200 weitere Kontrollen gegeben. „Inzwischen hat Vinzenzmurr sein Qualitätsmanagement verbessert!“

Der Großmetzger erklärte in einer Stellungnahme, dass man die Einzelfälle außerordentlich bedauere: „Vinzenzmurr hat die Hinweise des KVR im März 2011 bereits im letzen Jahr zum Anlass genommen, konsequent gegenzusteuern.“ Dazu gehören verstärkte Mitarbeiter-Schulungen und neue Arbeitsvorgaben.

THI

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