Klima-Proteste gegen Extra-Spur

Mega-Auto-Messe in der Stadt: Bahn frei für die IAA Mobility

IAA in München: An der Prinzregentenstraße weist schon ein Schild auf die noch einzurichtende Umweltspur „Blue Lane“ (dt.: blaue Spur) hin.
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IAA in München: An der Prinzregentenstraße weist schon ein Schild auf die noch einzurichtende Umweltspur „Blue Lane“ (dt.: blaue Spur) hin.

Wie werden wir uns in Zukunft von A nach B bewegen? Mögliche Antworten auf diese Frage will die IAA Mobility liefern – die Aufbauarbeiten zur ersten Ausgabe der Messe in München beginnen.

München - Das Konzept der Ausstellung unterscheidet sich grundlegend von dem des Vorgängers IAA: „Die IAA Mobility ist jetzt eine Mobilitätsmesse, die weit über das Auto hinausreicht“, sagt Lutz Meyer, Kommunikationschef der IAA und des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Die Messe zeige neue Konzepte und lade zur Debatte über den richtigen Weg hin zur klimaneutralen Mobilität ein.

IAA Mobility in München - „Blue Lane“ durch die Innenstadt

Die IAA Mobility findet vom 7. bis zum 12. September statt. Nicht nur auf dem Messegelände, sondern verteilt über die ganze Innenstadt, präsentieren Aussteller ihre Mobilitätskonzepte der Zukunft – „ein Festival in der Stadt“, sagt Messechef Klaus Dittrich. Zwischen Marienplatz und Odeonsplatz werden Autos, E-Bikes und Scooter vorgestellt.

„Wir freuen uns auf über 1000 Aussteller und Redner, die ihre Ideen und Konzepte auf mehr als 100 Weltpremieren präsentieren werden“, sagt Meyer. Spannend für die Besucher: die Möglichkeit, neue Auto- und Fahrradmodelle live zu testen.

Die Messe sei von Anfang an unter Pandemie-Bedingungen geplant worden, sagen Messegesellschaft und VDA. Aufs Messegelände darf, wer geimpft, genesen oder getestet ist, außerdem gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Neben dem Messegelände spielt sich das Programm der IAA in der Innenstadt ab, am Königsplatz, Odeonsplatz oder entlang der Brienner Straße zum Beispiel. Hier präsentieren die Aussteller ihre Fahrzeuge und Prototypen. Der Aussteller ADAC freut sich über die Möglichkeiten: „Die IAA bietet die große Chance, deutlich zu machen, dass Mobilität alle angeht. Gleichzeitig eröffnet sie die Gelegenheit, die nachhaltige Mobilität der Zukunft greifbarer zu machen.“

„Blue Lane“ - Wer darf die Spur in München nutzen?

Nachhaltigkeit soll auch die „Blue Lane“ erlebbar machen: Das ist eine Umweltspur, die Shuttle- und Linienbusse, Taxis, Fahrzeuge mit E-Kennzeichen sowie Autos mit mindestens drei Insassen nutzen dürfen. Befahrbar ist die Sonderspur vom 6. bis zum 12. September. Die Route verläuft zwischen der Messe und den Veranstaltungsplätzen in der Innenstadt: stadteinwärts über die A 94 via Prinzregentenstraße zum Königsplatz, stadtauswärts über den Altstadtring, die Maximilian- und Einsteinstraße auf die A 94.

Klima-Proteste - Bündnis klagt gegen Demoverbot

Ein Bündnis von Umweltorganisationen hat beim Verwaltungsgericht München Klage gegen ein Demonstrationsverbot auf Münchner Autobahnen während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) eingereicht. „IAA-Gäste erhalten eine Extra-Spur auf der A94, aber der zivilgesellschaftliche Protest soll dort unterbunden werden“, kritisierte Andreas Schön, ein Mit-Organisator der geplanten Demonstration, am Donnerstag. Das Bündnis „Aussteigen“ hatte zu der Demonstration aufgerufen, auch eine Fahrradsternfahrt über die Autobahn war geplant.

Mitglieder des Bündnisses „Aussteigen“ bei der Klageeinreichung vor dem Innenministerium.

Das zuständige Kreisverwaltungsreferat München untersagte die Sternfahrt auf der A94 und A96 jedoch. Geplant war die Aktion für den 11. September. Die IAA findet vom 7. bis zum 12. September statt. Das Bündnis, das zu der Demonstration aufgerufen hat, besteht aus den Organisationen ADFC, Attac, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, Naturfreunde Deutschlands und dem Verkehrsclub Deutschland.

„Die IAA-Demo richtet sich sehr bewusst auch gegen den weiteren Ausbau des Autobahnnetzes und eine damit verknüpfte klimaschädliche Verkehrspolitik“, erklärte Mit-Organisator Schön weiter. „Einen zeitlich begrenzten Protest auf zwei Autobahnabschnitten halten wir deshalb für legitim und auch notwendig.“

Das Bündnis kritisiert die IAA als „Schaufensterveranstaltung“. Autohersteller nutzten die Messe, um sich als „modern und klimafreundlich“ zu präsentieren. Einen Großteil ihrer Gewinne erwirtschafteten sie jedoch mit dem Verkauf von umweltschädlichen Verbrennungsmotoren. (afp)

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