Umweltschützer demonstrieren

IAA in München: Automesse plant Mitmach-Aktionen in der Innenstadt - Programm soll „Festivalcharakter“ haben

Die Pressekonferenz zur Internationale Automobilausstellung IAA, die im September in München starten wird.
+
Die IAA steht unmittelbar bevor: In der ganzen Stadt plant die Automesse Stände und Attraktionen.

Auf die ganze Stadt verteilt will die Internationale Automobilausstellung IAA „Mobilität von morgen“ präsentieren. Nicht alle freuen sich über die Großveranstaltung.

München – Verbrennermotoren haben keine Zukunft mehr. Jüngst hatte die EU-Kommission im Klima-Plan festgelegt, ab 2035 die jährlichen CO2-Emissionen neuer Fahrzeuge auf null zu reduzieren. Das wäre faktisch das Aus für den Verbrenner. Neu zugelassen würden dann nur noch Elektroautos oder Fahrzeuge, die mit Wasserstoff, Biokraftstoff oder E-Fuels betankt werden. Vor dem Hintergrund scheint auch eine reine Automesse wie die Internationale Automobilausstellung (IAA) aus der Zeit gefallen.

Bei der letzten Ausgabe der IAA in Frankfurt 2019 hatte es Proteste von Umweltschützern und einen sechsstelligen Rückgang der Besucherzahlen gegeben. Der Automobilverband VDA schrieb die Veranstaltung neu aus, die Messe München erhielt den Zuschlag. Für die IAA steht aber nicht nur ein räumlicher Neuanfang bevor, die Messe richtet sich als IAA Mobility auch neu aus.

IAA in München: Automesse plant Mitmach-Aktionen - Auch 50 Fahrradhersteller vertreten

In der bayerischen Landeshauptstadt* soll sich vom 7. bis 12. September nicht mehr alles ums Auto drehen, Thema ist nun der Verkehr insgesamt. So sind nach Angaben der Münchner Messe auch 50 Fahrradhersteller vertreten. „Wir sind überzeugt, dass wir mit der IAA die Welt der Mobilität von morgen aufzeigen werden“, sagt VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel. „Autos, Fahrräder, Roller, Scooter, aber auch Oldtimer, und natürlich werden wir jede Menge Spaß und Show zeigen.“

Bei der neuen IAA wird sich das Geschehen nicht nur auf dem Messegelände abspielen, sondern in Teilen auf die Plätze der Münchner Innenstadt verlagert, inklusive Konzertbühne. Aufspielen soll unter anderem das „Königlich Bayerische Vollgasorchester“.

IAA in München: Besucher können Autos testem - Hersteller planen mehr als 230 Fahrzeuge

„Erstmals können die Besucher auf der IAA auch eine Vielzahl von neuen Autos testen“, sagte Mindel, die Hersteller haben demnach mehr als 230 Fahrzeuge dafür eingeplant. Eine weitere Attraktion soll unter anderem der „größte öffentliche Schnellladepark Deutschlands“ für Elektroautos sein, wie Mindel sagte.

Vertreten sein werden nach Worten Mindels über 500 Hersteller aus knapp 30 Ländern. Darunter sind Audi, BMW, Daimler, Ford, VW, Porsche, Renault und der koreanische Hyundai-Konzern, aber auch Techfirmen wie IBM und das chinesische Unternehmen Huawei.

IAA in München: Der Fahrplan der großen Automesse - Stände in der ganzen Innenstadt

Auf dem Messegelände soll es unter anderem ein Parkhaus geben, bei dem Fahrzeuge vor der Einfahrt abgestellt werden und sich dann selbst einparken. Und wenn man wieder losfahren will, kommt das Auto wieder zurück. Doch auch auf der Brienner Straße sollen Besucher voll autonome Fahrzeuge ausprobieren können.

In der Innenstadt wird es neben Präsentationen von Neuheiten Stände auf dem Königsplatz, Wittelsbacher Platz oder auf dem Odeonsplatz geben. Auf dem Marstallplatz ist eine Kinder-Welt geplant, wo Kindern und ihren Eltern Erlebnisse auf zwei oder vier Rädern geboten werden, aber auch Kinderschminken, Kinderkarussell oder eine Kinderfahrschule. Gastronomen beteiligen sich zudem an der IAA, in ausgesuchten Restaurants wird es spezielle Angebote geben.

IAA in München soll „Festivalcharakter“ haben - Umweltschützer demonstrieren „NoIAA“

In der Innenstadt soll die IAA „Happening, Festivalcharakter“ haben, wie Messemanager Tobias Gröber sagte. Für alle Bereiche der IAA gibt es demnach ausgefeilte Hygiene- und Sicherheitskonzepte*. Ganz unwidersprochen bleiben die Pläne auch in München nicht, Umweltverbände hatten verschiedentlich gegen die IAA demonstriert, unter dem Schlagwort „NoIAA“ sind weitere Proteste angekündigt. Die Verbände werfen der Autobranche vor, sich umweltfreundlicher darzustellen, als sie eigentlich sei. (sak/Carsten Hoefer) Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare