Zahlreiche Proteste geplant

Aktivisten wollen IAA „lahmlegen“: München blühen spannende Stunden - Polizei greift schon vorher durch

Sie bringt Inspirationen, Zukunft aber auch Ärger nach München: die IAA. Ihre Gegner wollen Messe und Stadt lahmlegen. Das ganze Wochenende sind Aktionen geplant.

München* - Eines ist klar: Um die IAA Mobility kommt in dieser Woche niemand herum. Mit dem Konzept, Teile der Internationalen Automobilausstellung mitten in der City stattfinden zu lassen, sorgen die Veranstalter für Präsenz. Und für jede Menge Demos und Verkehrsbehinderungen in der Stadt.

Die IAA spaltet: Die einen sind von den gezeigten Innovationen begeistert, andere von den Folgen der Messe genervt – gesperrte Plätze, Stau auf den Straßen. Für Stress sorgen auch die Gegner der Ausstellung. Was mit Abseil-Aktionen und Chaos auf den Autobahnen um München begonnen hat, soll jetzt intensiviert werden – München blüht ein heißes Herbstwochenende. Denn dann wollen 40.000 Menschen zu Fuß und per Fahrrad die Stadt lahmlegen (siehe unten). Bereits am Freitag rufen die IAA-Gegner zu zivilem Ungehorsam auf.

IAA in München: Protestveranstalter rechnen mit über tausend Menschen - „Politik hat alles verschlafen“

Überall in München sind am Wochenende Proteste gegen die IAA geplant.

Geübt wurde dafür Donnerstagnachmittag im Protestcamp auf der Theresienwiese, wo es richtig laut wurde. „Klimaschützen ist kein Verbrechen!“ lautet einer der Schlachtrufe des Aktionsbündnisses Sand im Getriebe. Ziel der Aktivisten: dafür zu sorgen, dass die Abläufe bei der IAA Mobility gestört werden. „Die Politik hat alles verschlafen, angesichts der Klimakrise müssen wir die Sache selber in die Hand nehmen“, findet eine Aktivistin beim Demo-Training. Mit-Organisator Tadzio Müller betont aber: „Wir wollen die IAA blockieren, nicht mit der Polizei* aneinandergeraten.“

Ruhig, besonnen und ohne Gewalt – so soll die Aktion ablaufen. Wo und wie der Protest #blockIAA stattfindet, lassen die Aktivisten offen. Dass es direkt in der Messe Riem* sein wird, ist eine Möglichkeit. Sollten sie dabei auf eine Polizeiblockade stoßen, wollen die Klimaschützer keinen Kampf, sondern sich irgendwie durchschlängeln – um eine Sitzblockade errichten zu können. Lola, die schon bei vielen Aktionen war, erzählt: „Am Anfang war ich immer nervös, aber dann war es schön und motivierend, mit so vielen anderen dafür einzutreten.“ Die Protest-Veranstalter rechnen mit mehr als tausend Menschen, die sich ihnen am Freitag anschließen.

Polizei über IAA-Proteste in München: „Wir sind flexibel“ - Mehrere Aktivisten in Haft

München: Trainieren im Klimacamp - Die Anti-IAA-Aktivisten bereiten sich für die Protest-Aktion am Freitag vor

Konkrete Ankündigungen, die Münchens Polizei-Chef Thomas Hampel aber nicht aus der Ruhe bringen. Bislang, betont er, sei das Konzept der Einsatzkräfte voll aufgegangen. „Wir sind flexibel“, sagt Hampel. Zudem in der Stadt präsent und konsequent bei den Kontrollen, die verstärkt betrieben werden. Wie am Mittwochabend am Odeonsplatz, wo die Beamten Stärke zeigten. Dort wurden 30 Aktivisten, die gegen 19 Uhr vom Klimacamp aus losgezogen waren, kontrolliert. Als die Teilnehmer der Aktion mit untergehakten Armen Ketten bildeten, kam es zur Konfrontation mit der Polizei.

Dass sie hart durchgreift, bekommen auch die Aktivisten zu spüren, die sich von den Autobahnen abgeseilt hatten. Fünf der Festgenommenen geben weiter nicht ihre Identität preis. Sie bleiben bis Sonntag in Haft. Präventiv und auf richterlichen Beschluss.

Samstag Sternfahrt gegen die IAA in München - So läuft die große Radler-Demo

Unter dem Motto „#aussteigen jetzt“ ist für Samstagvormittag eine Sternfahrt samt Großdemo um 15 Uhr auf der Theresienwiese mit 40 000 Teilnehmern geplant. Das Veranstalter-Bündnis wollte dabei auch über Autobahnen in die Stadt fahren. Die Absage des KVR hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigt. Auch die City-Routen wurden vom KVR geändert, um keine Krankenhaus-Zufahren zu blockieren.

  • In München starten an der Parkharfe und am Willi-Daume-Platz im Olympiapark (13 – 13.30 Uhr), an der Friedenstraße am Ostbahnhof, am Parkplatz in der Studentenstadt, am Rosengarten-Parkplatz am Westpark (alle 12.30 – 13 Uhr) sowie um 13 Uhr auf der Theresienwiese.
  • Im Umland gibt es diverse Routen und Startpunkte für die Sternfahrten. Von Petershausen (S-Bahnhof, 10 bis 10.30 Uhr über Dachau und Karlsfeld, von Augsburg (8 Uhr, Konrad-Adenauer-Allee) über Mammendorf und Germering, von Neufahrn (9.45 bis 10.30 Uhr, Bahnhof) über Unterschleißheim und Garching). Von Freising (10 bis 10.30 Uhr, Bahnhof) über Ismaning. Von Erding (10.25 Uhr, Bahnhof) über Markt Schwaben und Aschheim, von Grafing (10.55 bis 11.15 Uhr, festplatz) über Zorneding und Haar. Von Rosenheim (8.40 Uhr Mangfallplatz) über Kolbermoor und Aying, von Geretsried (10.50 Uhr Böhmwiese) über Icking und Pullach, sowie von Holzkirchen (11.30 Uhr Bahnhof) über Otterfing und Ottobrunn.
  • Die Polizei rät, mehr Zeit für Fahrten einzurechnen. Und die Routen/Bereich am Samstag zu meiden.

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Rubriklistenbild: © dpa/Peter Kneffel

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