ICE-Chaos: Notfahrplan bis zum nächsten Freitag

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Das Chaos bei der Bahn blieb überraschenderweise aus.

Das große Chaos ist ausgeblieben: Obwohl fast 70 ICE-Züge ausfielen, lief der deutsche Fernverkehr am Wochenende weitgehend normal.

Auch am Münchner Hauptbahnhof kam es nicht zu größeren Problemen. „Der Ersatzverkehr greift, alle Reisenden kommen an ihr Ziel. Für uns läuft alles wie erwartet“, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag der tz. „Trotzdem müssen wir auch in den kommenden Tagen noch mit deutlichen Beeinträchtigungen im ICE-Verkehr rechnen.“

Nachdem bei einer Routineuntersuchung kürzlich ein Riss in der Achse eines Zuges entdeckt wurde, hatte die Bahn vorsorglich alle 67 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE-T aus dem Verkehr gezogen. Bundesweit mussten deshalb allein am Samstag mehr als 30 Zugverbindungen gestrichen werden, auf vielen Strecken wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet.

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ICE-Ausfall: Das große Chaos bleibt aus

In München war von den Ausfällen vor allem die stündlich befahrene Strecke Hamburg-Berlin-Leipzig-München betroffen – hier fuhr als Ersatz nur alle zwei Stunden ein Intercity (IC). „Eigentlich hatte ich einen Sitzplatz gebucht – jetzt hoffe ich, dass ich nicht die ganze Fahrt über stehen muss“, sagte Ulli Terlinden, die bei ihrer Fahrt von München nach Berlin wie viele andere Fahrgäste mit dem langsameren und überfüllten IC statt dem schnittigen Express vorlieb nehmen musste.

„Natürlich waren die Züge sehr ausgelastet, teilweise kam es auch zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Die Fahrgäste haben aber im Allgemeinen sehr verständnisvoll auf die Situation reagiert“, teilte die Bahn mit. Auch in München wurde zusätzliches Personal eingesetzt, um die Kunden über die Ersatzzüge zu informieren.

Und wie sieht es in den nächsten Tagen aus? „Bis Freitag wird es auf jeden Fall noch zu Beeinträchtigungen im ICE-Verkehr kommen, bis dahin gilt weiterhin der Ersatzfahrplan“, sagte ein Bahnsprecher. „Wir bemühen uns aber, diesen ohne Verspätungen einzuhalten und mit zusätzlichen Verbindungen aufzustocken.“ Die Bahn hat für ihre Kunden unter der Nummer 08000 / 99 66 33 ein kostenloses Service-Telefon eingerichtet. Alle wichtigen Infos zu Ersatzfahrplänen werden außerdem täglich auf der Homepage der Bahn im Internet aktualisiert ( www.bahn.de/aktuell ).

Betroffenen Fahrgästen gegenüber zeigt sich die Bahn übrigens kulant: Reisende, die ihre Fahrt nicht antreten können, dürfen ihre Fahrkarte bis zum 30. November 2008 kostenlos umtauschen oder sie sich erstatten lassen, DB-Zeitkarten werden anteilig erstattet. Reservierungen, die nicht genutzt werden können, werden ebenfalls kostenlos erstattet. Wer anstelle eines ICE mit einem Intercity fahren muss, bekommt den Differenzbetrag ausbezahlt. Bei Angeboten wie den Sparpreisen, dem Dauer-Spezial oder bei Gruppenfahrten wird außerdem die Zugbindung aufgehoben, wenn Fahrgäste den gebuchten Zug nicht nutzen können.

CS./COE.

Quelle: tz

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