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Ich will lieber Schokolade!

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Frauen lieben Schokolade! Luise, Kristina, Andrea K., Andrea H. und Ivana (v.l.) beim Schokoladen-Kränzchen in der Münchner Chocolaterie "Götterspeise".
Frauen lieben Schokolade! Luise, Kristina, Andrea K., Andrea H. und Ivana (v.l.) beim Schokoladen-Kränzchen in der Münchner Chocolaterie "Götterspeise". © Michael Westermann

München - Wer von Schokolade spricht, darf über Frauen nicht schweigen.

Denn das Klischee (Frauen lieben sie!) ist schlicht: wahr! Und wahr ist auch das: Für Schokolade würden Frauen auf manches verzichten – 50 Prozent sogar auf Sex, wenn man einer Umfrage der Zeitschrift „Elle“ glaubt. Der alte Schlager „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ scheint also nicht zu stimmen. Wir haben uns mit fünf Münchnerinnen über ihre süße Leidenschaft unterhalten. Ein Schoko-Kränzchen an einem dafür perfekten Ort – im Chocolaterie-Café Götterspeise (Jahnstraße 30):

„Hier gibt’s tolle heiße Schokolade, hast du die schon probiert? So schön dickflüssig und cremig …“ Frauen sprechen nicht von Schokolade. Frauen schwärmen. „Ich esse von der Alpenmilch bis zur Edelpraline alles, was greifbar ist“, sagt Luise. „Am liebsten Vollmilch, die lässt sich in Mengen verdrücken.“ Ungesund? Das kann nicht sein: „Ich bin der Meinung, der Körper sagt einem, was er braucht – und meiner braucht eben viel Schokolade …“ Breite Zustimmung. Jetzt bloß kein schlechtes Gewissen kriegen. „Ich esse meine tägliche Tafel ganz bewusst, ehrlich.“ Kaum ausgesprochen, muss Andrea K. über sich selbst kichern.

„An Tagen, an denen ich viel Schokolade esse, verkneife ich mir alles andere, dann nehm’ ich nicht zu“, ist Ivanas Strategie. Und Kristina gibt zu: „Ich muss praktisch immer auf meine Figur aufpassen – trotzdem esse ich schon morgens Schokolade.“ Ein Widerspruch? Vielleicht, aber Schokolade ist ja auch mehr so ein Gefühl …. „Damit ich mehr Obst esse, habe ich mir extra einen Schokobrunnen gekauft. Das ist meine Schoko-Diät.“

Luise macht einfach mehr Sport, je mehr Vollmilch sie isst. „Das ist viel besser, als verzichten. Ohne Schokolade werde ich unausstehlich.“ Die Laune ist übrigens ein Grund dafür, dass Frauen mehr als Männer auf Schokolade stehen – und das hat hormonelle Ursachen. Nach dem Eisprung sinkt der Serotoninspiegel im Körper immer stärker ab. Schwermut und Reizbarkeit sind die Folge. Und dagegen hilft der Glücklichmacher Schokolade. Hinzu kommt, dass Frauen evolutionsbedingt die größeren Naschkatzen sind. Männer sind Jäger und damit Fleischfresser.

Die Männer sollen ruhig ihr Fleisch essen – dann müssen die Mädels schon nicht ihre Schokolade mit ihnen teilen. Das ist nämlich heikel: „Teilen? Nur mit meiner besten Freundin“, sagt Kristina. Luise ist großzügiger. „Ich will ja nicht alleine dick werden!“

Da ist es wieder, das schlechte Gewissen. So groß kann die weibliche Schokoliebe gar nicht sein, dass die Figur keine Rolle mehr spielt. Aber weniger essen ist keine akzeptable Alternative. Ein Dilemma, das kein Mann versteht. Er streicht sich nach dem Essen einfach zufrieden über den Bauch, während frau verzweifelt ihre Seitenansicht im Spiegel beäugt. Um die Laune zu heben, hilft jetzt nur eins: Schokolade!

Simone Herzner

Quelle: tz

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