Im Schneetreiben am Stadtrand gestrandet

Bubi klaut Auto, fährt 260 Kilometer und ruft die Polizei

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In so einem Toyota Aygo war der Jugendliche unterwegs.

In einem unbeobachteten Augenblick klaute ein 16-Jähriger den Toyota Aygo seines Betreuers und fuhr einfach drauflos. Nach 260 Kilometern wusste er an Münchens Stadtrand nicht mehr weiter.

München - Fern der Heimat, ohne einen Cent in der Tasche, hungrig, durstig, durchgefroren und mit leerem Tank – in dieser desolaten Lage hat die Polizei am Montagabend Uhr auf der Domagkstraße im Schneetreiben einen 16-Jährigen aus dem fränkischen Landkreis Kitzingen aufgegriffen. Der Bub hatte seinem Sozialarbeiter am Nachmittag die Autoschlüssel geklaut, war bis nach München gefahren – und schließlich ohne jede Orientierung am Stadtrand gestrandet. Als er nicht mehr weiterwusste, rief er schließlich selbst die Polizei.

Der Schüler hatte offenbar schon vorher viele Probleme. Nun kommen zwei neue hinzu: Fahren ohne Fahrerlaubnis und Autodiebstahl. In einem unbeobachteten Augenblick war der junge Mann in den Toyota Aygo seines Betreuers gestiegen und einfach drauflosgefahren. Ohne einen Kratzer schaffte er die knapp dreistündige, etwa 260 Kilometer lange Fahrt über die Autobahn – was darauf schließen lässt, dass er wohl nicht zum ersten Mal am Steuer saß.

„Es tut mir leid. Ich weiß nicht mehr weiter“

Dann jedoch verließ ihn das Glück. Im Schneetreiben strandete er in Freimann. Um 21.45 Uhr meldete er sich kleinlaut auf dem Polizeinotruf und bat um Hilfe: „Es tut mir leid. Ich weiß nicht mehr weiter.“ Die Polizisten ließen ihn nicht im Stich, ein Streifenwagen holte ihn ab. In der Inspektion gab’s erst mal was zu trinken. Die Nacht verbrachte der junge Mann in einer Jugendschutzstelle. Am Dienstag wurde er in seine Heimat zurückgebracht. 

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