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Ungleiche Verteilung in Bezirken

Immer mehr Pflegebedürftige: Die Prognose für München

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Ungleiche Verteilung: In manchen Münchner Bezirken gibt es kaum vollstationäre Pflegeeinrichtungen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in München steigt. 2025 werden nach Prognosen 31.400 Menschen pflegebedürftig sein und 8000 von ihnen einen Heimplatz benötigen. Die Versorgungssituation sei gut, sagt die Stadt. Kritik übt sie aber, wie auch einige Heimträger, an der 2017 eingeführten Pflegereform.

München - Baustellen gibt es immer, wenn es um den Bereich Pflege geht. Das zeigt auch der aktuelle „Marktbericht Pflege“, den die Stadt jedes Jahr einmal dem Stadtrat vorlegt. Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) betont darin, dass in der gesamten Landeshauptstadt eine „gute Versorgungssituation“ für Pflegebedürftige herrsche. Sie kritisiert aber, dass die Pflegereform, die als „Pflegestärkungsgesetz III“ im Januar 2017 in Kraft getreten ist, für die Kommunen „kein wirksames Instrument der Steuerung des Marktes“ gebracht habe. „Die vorgesehenen Regelungen zur Stärkung der Kommunen in der Pflege bleiben weit hinter den ursprünglichen fachlichen Erwartungen zurück.“ Umso wichtiger sei die Erhebung, die die Stadt jedes Jahr durchführt. Die wichtigsten Punkte:

Pflegeheime

Aktuell (Stichtag 15. Dezember 2016) gibt es 57 vollstationäre Pflegeheime mit 7557 Plätzen, das sind 18 Plätze weniger als im Vorjahr. Die städtische Tochter Münchenstift stellt 28 Prozent aller Plätze, 37 Einrichtungen werden von Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen oder gemeinnützigen Stiftungen getragen (58 Prozent). Die restlichen 14 Prozent der Plätze bieten privat-gewerbliche Träger an. Die Auslastung der Häuser war Ende 2016 mit 95,9 Prozent höher als jemals zuvor.

Demenzkranke

Die Zahl der Demenzkranken nimmt zu. Die Heime reagieren darauf, indem sie immer mehr Pflegeplätze speziell für Menschen mit Demenzerkrankungen anbieten: Gab es 2004 noch 394 Plätze für Demente, sind es heute bereits 1230, ein Anteil von 16,3 Prozent an allen Plätzen.

Einzelzimmer

Pflegeheime müssen nach einem bayerischen Gesetz aus dem Jahr 2011 eine Einzelzimmerquote von 75 Prozent erfüllen. Rechnet man alle Münchner Einrichtungen zusammen, liegt die Quote inzwischen bei 77,3 Prozent. Allerdings erfüllen 18 der 57 Pflegeheime die Einzelzimmer-Quote noch nicht. Der Umbau alter Einrichtungen gestaltet sich zum Teil kompliziert, viele Heime lassen aktuell noch Gutachten erstellen.

Neue Heimplätze

sind in Planung, denn bis 2025 benötigt die Stadt insgesamt 8800 Plätze – rund 1200 mehr als heute. Nach Prognosen der Stadt wird es 2025 rund 31.400 Pflegebedürftige geben, 2013 waren es noch 25 200. An der Einsteinstraße in Haidhausen entsteht gerade ein „Domicil“-Haus der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit 216 Pflegeplätzen, das im Februar 2018 bezugsfertig sein soll. Im neuen Stadtteil Freiham ist ein Pflegeheim mit 130 Plätzen vorgesehen.

Der höchste Bedarf an neuen Pflegeheim-Plätzen besteht laut Berechnungen in den zu Sozialregionen zusammengefassten Stadtteilen Milbertshofen-Am Hart, Feldmoching-Hasenbergl, Berg am Laim/Trudering-Riem sowie in Laim/Schwanthalerhöhe.

Betreutes Wohnen

Elf der 57 Pflegeheime bieten auch noch Wohnungen wie früher im klassischen Altenheim (335 Plätze), 18 Heime haben ein angeschlossenes „Betreutes Wohnen“, hier gibt es 2050 Plätze. Darüber hinaus gibt es weitere „Betreutes Wohnen“-Anlagen, die aber nicht an ein Heim angeschlossen sind. Wie viele Plätze es hier gibt, wird nicht erfasst, da diese Einrichtungen nicht von der Heimaufsicht kontrolliert werden.

Tagespflege

Die tageweise Betreuung Pflegebedürftiger entlastet Angehörige enorm. In 54 der 57 Pflegeheime gibt es sogenannte „eingestreute“ Tagespflegeplätze für Personen, die nur vorübergehend betreut werden müssen, etwa weil Angehörige im Urlaub sind. Allerdings sind die Plätze in mehr als drei Vierteln der Heime nicht langfristig im Voraus buchbar.

Darüber hinaus gibt es in München zwölf reine Tagespflegeeinrichtungen mit insgesamt 180 Plätzen. Zwar drängt das Sozialreferat bereits lange auf eine Ausweitung dieses Angebots, doch die Einrichtungen selbst klagen über gesetzliche Rahmenbedingungen, die es bislang erschwerten, dies wirtschaftlich auf die Beine zu stellen. Ob die Pflegereform hier, wie erhofft, eine Erleichterung bringt, muss sich noch zeigen. Die Stadt rechnete bei der Erstellung des Marktberichts mit drei neuen Tagespflegeeinrichtungen auf dem Münchner Markt.

Nachtpflege

Eine Nachtpflege, bei der Senioren lediglich über Nacht außer Haus unterkommen, damit sich pflegende Angehörige erholen können, existiert in München kaum. Nur zwei Pflegeheime bieten zusammen sechs Betten an. Das Sozialreferat stuft dies seit Jahren als problematisch ein. Noch 2017 soll es aber im neuen Pflegeheim der „Domicil Seniorenresidenzen“ am Ackermannbogen zwei solche Plätze geben.

Geldknappheit

Die Auswirkungen der Pflegereform kommen erst nach und nach bei den Heimen an: 33 der 57 Pflegeheime gaben an, dass sie 2018 mitEinnahmeverlusten rechnen. 25 von 57 Häusern erwarten zudem, dass sie Personal abbauen müssen. Und das, obwohl die Situation in der Pflege ohnehin angespannt ist.

Im Moment bieten in München 269 ambulante Pflegedienste Unterstützung an.

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