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Corona in Bayern: Wesentliche Lockerungen sind in Kraft - Regierung verkündet überraschende Details

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Von: Katharina Haase, Lucas Sauter-Orengo

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Gesundheitsminister Klaus Holetschek (r.) mit Ministerpräsident Markus Söder (M.) und Generalmajor Carsten Breuer.
Gesundheitsminister Klaus Holetschek (r.) mit Ministerpräsident Markus Söder (M.) und Generalmajor Carsten Breuer. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/Imago Images

Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich weiter. Dennoch beschloss die Bayerische Staatsregierung um Markus Söder Lockerungen. Diese greifen seit Donnerstag.

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Update vom 28. Januar, 17.55 Uhr: Das bayerische Gesundheitsministerium hat die neuen Regeln für Großveranstaltungen in Sport und Kultur präzisiert: In Stadien, Hallen und anderen Veranstaltungsstätten ist nach Angaben vom Freitag auch dann eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 25 Prozent möglich, wenn die 1,50-Meter-Mindestabstände etwa auf den Sitzplatz-Tribünen nicht durchgängig eingehalten werden können.

Corona in Bayern: Lockerungen greifen - Ministerium gibt Details zur Umsetzung

Das Kabinett hatte die Lockerung der Corona-Regeln für Sport, Kultur und andere Veranstaltungen am Dienstag beschlossen, sie sind seit Donnerstag in Kraft. Danach ist bei Events, die nicht groß und überregional sind, wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt - bisher waren es 25 Prozent. Bei überregionalen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ist nun wieder eine 25-Prozent-Auslastung erlaubt, bis zu einer Obergrenze von 10.000 Zuschauern. Es dürfen aber ausschließlich Sitzplätze belegt werden. Grundsätzlich gilt bei alledem: Es muss überall der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden.

Corona in Bayern: Ab jetzt gelten die Lockerungen - es gibt Ausnahme-Regelungen

Ausnahmen sind aber möglich: Für Kinos und Theater hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag schon angekündigt, dass die bis zu 50 Prozent Auslastung auch dann erlaubt werden, wenn die Mindestabstände nicht überall eingehalten werden können. Und so steht es auch in der geänderten Corona-Verordnung samt Begründung: Voraussetzung, um die 1,50 Meter unterschreiten zu dürfen, ist die „bestmögliche Abstandswahrung“, etwa bei Belegung der Sitzplätze „wie bei einem Schachbrett“. Am Freitag nun stellte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums klar, dass dies auch für große, überregionale Events gelte: „Die Ausnahme gilt - unter der bereits genannten Voraussetzung - in beiden Fällen (25-Prozent-Fälle und 50-Prozent-Fälle), also auch bei großen überregionalen Sportveranstaltungen“

Update vom 28. Januar, 6.46 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist erneut stark angestiegen und liegt nun bei 1218 (Vortag 1158). Damit liegt Bayern weiter deutlich über dem bundesweiten Schnitt, der jedoch ebenfalls die schwindelerregende Zahl von 1073 erreicht hat. Die höchste Inzidenz im Freistaat hat aktuell der Landkreis Starnberg mit einem Wert von 2302,9, ein über 500 höherer Wert, als am Vortag. Im Landkreis Starnberg hatte es offenbar Probleme mit der Erfassung der Neuinfektionen gegeben, weswegen das Landratsamt viele Meldungen nachholen musste. Dies hatte für enorme Sprünge bei der Inzidenzerfassung gesorgt. Auf Platz zwei folgt der Spitzenreiter des Vortages - Dachau mit 2100,4. Auf den Plätzen drei und vier liegen die Stadt Rosenheim (1956,3) sowie die Landeshauptstadt München (1830,3). Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Coburg mit 448,2, gefolgt vom Landkreis Hof mit 525,8.

Corona in Bayern: Holetschek will rasche Impfplicht für Pflegekräfte - „kein Freifahrtschein für Ungeimpfte“

Aktuell liegen bayernweit 315 Covid-Patienten auf der Intensivstation (Stand 27. Januar). 157 von innen müssen beatmet werden. Eine Überlastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten ist somit derzeit ausgeschlossen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erwägt für den Freistaat eigene Vollzugsregeln zur einrichtungsbezogenen Impflicht. Der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag) sagte der Minister, weil der Bund noch keine Regeln vorgelegt habe, müsse Bayern „selbst überlegen, wie wir eigene Vollzugsregeln definieren, damit die Versorgung nicht gefährdet ist“.

Die Impfpflicht für Personal im Gesundheitswesen gilt ab 15. März. Es müsse genau geregelt werden, wie ab dann zu verfahren ist. „Wir müssen wissen, welche Übergangs- und Umsetzungszeiten beim Aussprechen von Tätigkeitsverboten gelten“, sagte Holetschek. Dies könne man „nicht bei den ohnehin hochbelasteten Gesundheitsämtern oder den Arbeitgebern abladen, nach dem Motto: Lasst Euch etwas einfallen.“ Wenn der Bund ein Gesetz auf den Weg bringe, müsse er auch sagen, wie er sich die Dinge konkret vorstellt. Hier brauchen wir sehr rasch Details“, forderte Holetschek und stellte aber auch klar: „Ein Freifahrtschein für Ungeimpfte ist das natürlich nicht.“

Update vom 27. Januar, 14.36 Uhr: Die höchste Inzidenz in Bayern gibt es derzeit mit 2112 in Dachau. Es ist der erste Landkreis, der die Marke von 2000 überspringt. Dahinter folgen die Städte Rosenheim mit 1835,2 und München mit 1830,1. Die niedrigsten Inzidenzen gibt es in den Landkreisen Coburg mit 429,7 und Hof mit 489,8. Es sind auch die einzigen Landkreise in Bayern, in denen die Inzidenz noch unter 500 liegt. Auch in den Krankenhäusern kommt die neue Corona-Welle inzwischen an.

Corona in Bayern: Höchste Inzidenz vor den Toren Münchens

Am Donnerstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 640 Krankenhauseinweisungen binnen sieben Tagen - das sind 43,5 Prozent mehr als vor einer Woche. Die Zahl der belegten Intensivbetten stagniert seit einigen Tagen - nachdem sie seit Anfang Dezember gefallen war. Mit laut bundesweitem Intensivregister 334 Betten (Stand Donnerstag: 07.05 Uhr) ist sie aber nicht einmal bei einem Drittel des Höchststandes in der Delta-Welle. Typischerweise gibt es allerdings eine Zeitverschiebung zwischen dem Verlauf der Inzidenzen und dem der Krankenhaus- und Intensiveinweisungen.

Erstmeldung vom 27. Januar 2022

München - Es sind Zahlen, wie man sie seit Beginn der Corona-Pandemie noch nicht gesehen hat. In München liegt die 7-Tage-Inzidenz am heutigen Donnerstag, den 27. Januar, bei 1830,1 - der zwölfthöchste Wert in ganz Deutschland. Es ist die bisher höchste Inzidenz für die Landeshauptstadt. Bundesweit liegt die Inzidenz bei 1017,4. Dennoch haben diese Werte keine unmittelbaren Konsequenzen. Bis vor wenigen Wochen war dies noch anders, damals galt in Bayern die Lockdown-Regelung für Hotspots ab einer Inzidenz von 1000, was das vollständige Herunterfahren des Lebens bedeutete.

Corona in Bayern: München übernimmt deutschlandweit Spitzenplatz

Auch nach dem jüngsten Corona-Update der Bayerischen Staatsregierung hält man dennoch an dem milderen Weg - trotz rasanter Zahlen - fest: „Wir lassen weiterhin die Hotspots ausgesetzt, weil wir die Lageentwicklung und das Wechselverhältnis zwischen hoher Inzidenz und Auswirkungen auf die Krankenhäuser erst noch genauer in der Praxis sehen müssen, wie sich das tatsächlich auswirkt“, erklärte Florian Herrmann (CSU) die Entscheidung. Eine Wiedereinführung der Regelung mit möglichen Lockdowns in Städten und Landkreisen mit einer besonders hohen Inzidenz „wäre jetzt verfrüht“, so der Chef der Staatskanzlei.

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Corona in Bayern: Trotz Omikron - Lockerungen greifen ab sofort

Für Beobachter noch überraschender dürfte die Aufstockung der Zuschauerkapazität in Sport und Kultur gewesen sein, die ab dem heutigen Donnerstag, 27. Januar, greift. Bis zu 50 Prozent der Zuschauer in Kultur und 25 Prozent Auslastung in Sportstätten (bei maximaler Zuschauerzahl von Zehntausend) dürfen im Freistaat ab sofort gestattet werden. In Angesicht der momentanen Inzidenzen bezeichneten dies einige Experten als verfrüht - CSU-Chef Söder nennt dies viel mehr die neue Herangehensweise, namentlich „Vorsicht und Umsicht - mit Augenmaß“.

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