Schon 1700 Covid-19-Patienten behandelt

Hier impfen sich die Corona-Pioniere - Der neue Krisenplan der München Klinik: „Es wird ein langer Weg...“

Prof. Dr. Clemens Wendtner verabreicht seinem Kollegen Dr. Wolfgang Guggemos die Corona-Schutzimpfung.
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Der Pieks der Hoffnung: Prof. Dr. Clemens Wendtner verabreicht seinem Kollegen Dr. Wolfgang Guggemos die Corona-Schutzimpfung.

Im Kampf gegen Corona stehen die Spezialisten der München Klinik besonders im Feuer, sie haben bereits 1700 Covid-Patienten behandelt - so viele wie kein anderes Krankenhaus in der Landeshauptstadt. Jetzt sollen Ärzte und Mitarbeiter geimpft werden. Der Krisenplan.

  • In der München Klinik sollen zunächst 1200 Ärzte und Pflegekräfte gegen Corona geimpft werden.
  • Noch stehen aber nur mehrere hundert Impfdosen zur Verfügung.
  • Die Krisen-Manager haben eine Strategie für ihr weiteres Vorgehen.

Elf Monate und zwei Tage nach Patient null werden nun die Ärzte geimpft

Ein Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg galt als Patient null: Am 27. Januar wurde der Mann als erster Corona-Patient in Deutschland in die München Klinik Schwabing eingeliefert. Die Federführung bei seiner Behandlung hatten damals der Chef der Infektiologie, Professor Dr. Clemens Wendtner, und sein leitender Oberarzt Dr. Wolfgang Guggemos. Elf Monate und zwei Tage später haben sich die Corona-Pioniere jetzt gegenseitig geimpft. Es war der Startschuss für die Corona-Schutzimpfungen an den städtischen Krankenhäusern.

Zunächst bekommen 1200 Mitarbeiter das Serum

Zunächst sollen 1200 Mitarbeiter von den Corona-Stationen, anderen Intensivstation und Notfallzentren an den Standorten Schwabing, Harlaching, Bogenhausen und Neuperlach das Serum der deutsch-amerikanischen Firmenkooperation Biontech/Pfizer erhalten. Sie gehören neben den Senioren zur Gruppe der Menschen mit der höchsten Impfpriorität, die das Bundesgesundheitsministerium festgelegt hat.

Krisenplan schon vor Wochen entwickelt

Die Ärzte der München Kliniken setzen einen Krisenplan für die Impfungen ihrer besonders gefährdeten Kollegen um, den sie bereits vor Wochen entwickelt haben. Allerdings stehen momentan nur mehrere hundert Impfdosen zur Verfügung. Eine weitere Lieferung wird in den nächsten Tagen erwartet. Die München Klinik rechnet zunächst mit 600 weiteren Dosen. Die Seren werden zu Beginn zentral im Schwabinger Krankenhaus geimpft. Mehrere Impfteams sollen zum Einsatz kommen.

Impfstoff wird „wie ein rohes Ei behandelt“

Ein internes Team hatte sich bereits seit Wochen auf diesen Moment vorbereitet und die nötigen Vorbereitungen von der Einrichtung der Impfplätze, der Terminvergabe über die notwendige Dokumentation bis hin zur Logistik unter Einhaltung der Kühlkette getroffen. „Sobald der Impfstoff verdünnt und auf Raumtemperatur ist, muss man ihn wie ein rohes Ei behandeln“, erklärt der Chef der Krankenhausapotheke, Dr. Steffen Amann eine der praktischen Herausforderungen.

Corona-Spezialist: Impfung wird viele schwere Krankheitsverläufe verhindern

Die Ärzte reagierten erleichtert darauf, dass die Impfungen jetzt endlich beginnen können. Dr. Guggemos: Es ist schön, dass wir mit dem Impfstoff nun eine Antwort haben, die uns dem Ende der Pandemie etwas näher bringen kann. Auch wenn es noch ein langer Weg bis zur Normalität im Alltag sein wird. Vor allem verbinde ich mit dem Impfstoff die Gewissheit, dass wir vielen Menschen in Zukunft eine Infektion und schwere Krankheitsverläufe ersparen. Dafür ist es ein guter Tag!“

Chef der städtischen Krankenhäuser spricht von „Lichtblick“

Dr. med. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik.

Der Chef der München Klinik, Dr. Axel Fischer, bezeichnet den Impfstart als „wichtiges Signal auf dem langen Weg zurück zur Normalität“. Die lang herbeigesehnte Impfung sei ein Lichtblick auf dem langen Weg durch diese Pandemie.

OB Reiter betont „wichtiges Signal“

Dieter Reiter (SPD)

Dies untermauerte auch Oberbürgermeister Dieter Reiter, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der München Klinik, erklärt: „Es ist ein wichtiges Signal, dass jene Menschen, die täglich aufopfernd um die Gesundheit anderer in der Pandemie kämpfen, möglichst frühzeitig geimpft und damit vor einer möglichen Infektion geschützt werden.“

Leuchtturm im Kampf gegen Corona

Die München Klinik als größter Notfallversorger der Stadt gehört zu den Leuchttürmen im Kampf gegen Corona. Klinik-Chef Fischer und sein Team haben dabei bislang bereits gewaltige organisatorische und finanzielle Herausforderungen gemeistert, um die Versorgung sowohl von Coronapatienten als auch von Patienten ohne Covid-Infektion sicherzustellen. Die Ärzte, darunter der bundesweit bekannte Schwabinger Chefinfektiologe Wendtner, gehören zu den erfahrensten Spezialisten bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen.

In diesen Fläschchen steckt der Impfstoff der deutsch-amerikanischen Firmenkooperation Biontech/Pfizer.

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