Warten aufs Christkind

So bereitet sich München auf Weihnachten vor

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München - Ja, is denn scho Weihnachten? Naja – ein bissl schon. Bis zum eigentlichen Fest sind‘s zwar noch 35 Tage, aber die Münchner rüsten sich schon jetzt dafür.

Die Stadt hat am Dienstag ihre Pläne für den Christkindlmarkt vorgestellt, der Handelsverband gibt eine Pressekonferenz übers Weihnachtsgeschenk – und die Privatleute werden heuer laut einer Umfrage der FOM Hochschule so viel Geld für Geschenke ausgeben wie noch nie. Also, auf geht’s in die Stadt! Die tz hat sich ins Getümmel gestürzt und nachgefragt: Was ist heuer auf dem Christkindlmarkt geboten? Wie geht’s am Viktualienmarkt zu? Und welche Geschenke stehen dieses Jahr hoch im Kurs? Hier gibt’s die Antworten:

Christkindlmarkt

Jetzt, da er Bürgermeister ist, hat Josef Schmid (45, CSU) sich etwas vorgenommen: Er will ein echt Münchner Weihnachtslied einstudieren, sagt er bei der Vorstellung des heurigen Christkindlmarktes. Die gibt’s nämlich auch, wissen die Musikanten der Wastl-Fanderl-Schule für Bairische Musik – etwa Jetzt is halt mehr die Klöpfelzeit. Überhaupt geht’s ab Donnerstag kommender Woche wieder urig zu in der Fußgängerzone – Kripperlschaun, Krampuslauf und Kultur-Führung „Über Kletznbrot und Fatschnkindl“ gehören zum Original der Münchner Märkte dazu. Bis ins 14. Jahrhundert geht die Tradition zurück. Modern sind die Neuheiten wie glutenfreie Lebkuchen und Bio-Kinderpunsch. Die Trendfarben für Kugeln sind heuer Champagner und Lila, weiß Schmid. Gattin Natalie hat nämlich schon nach neuem Schmuck gefragt …

Viktualienmarkt

Der Maibaum wird zum Christbaum! Das sogenannte Anleuchten des Viktualien­markts ist zu einer lieb gewonnenen Tradition der Münchner geworden. Am 27. November um 17 Uhr wird die winterliche Beleuchtung durch Kommunalreferent Axel Markwardt angeschaltet. An den Freitagen und Samstagen der Adventswochenenden schenken verschiedene Standl-Besitzer Glühwein aus. Zusätzlich werden ab dem 27. November Buden aufgebaut, die hochwertige Weihnachtsleckereien verkaufen. Sehenswert ist auch die Krippe der Familie Hochreiter am Biergarten. Weiteres für Kinder: Am 6. Dezember verteilt der Nikolaus zwischen 10 und 16 Uhr Obst und Nüsse.

Was schenken Sie?

480 Euro gibt der Durschnitts-Bayer heuer für Weihnachtsgeschenke aus. Er kauft im Einkaufszentrum, im Fachgeschäft, Warenhaus oder im Internet. Beliebt sind: Gutscheine, Bücher und Schreibwaren, Kosmetik und Körperpflege. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der FOM Hochschule. „Das iPhone 6 liegt sicher unter einigen Christbäumen“, meint Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern. Er rechnet mit 2,6 Milliarden Euro Weihnachts-Umsatz für den Einzelhandel in München. Die tz hat nachgefragt: Sind Sie schon im Shopping-Fieber?

Schenken, wenn’s passt

Wiebke Zetzsche (21), Studentin, München: "Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk gekauft. Meine Schwester macht mir schon Druck: Sie will wissen, was ich mir wünsche. Ich selbst verschenke nur etwas, wenn mir was passendes einfällt. Das kann auch im Februar sein."

Mein Gehirn rattert schon

Luise Klecker (61), Rentnerin, München: "Leider habe ich noch nichts. Normal bin ich früher dran mit Geschenken. Aber mein Gehirn rattert schon, was ich meinen Enkelkindern schenke. Eins wünscht sich einen Husky mit Ausrüstung. Ich denke, es wird die Plüsch-Ausführung."

Kreuzfahrt als Geschenk

Peter Ade (62), Journalist, Lörrach: Meine Frau und ich schenken uns heuer gegenseitig eine Nordland-Kreuzfahrt. Wir sind aus dem Alter raus, dass wir uns Sachen schenken. Und die Kinder bekommen Geldgeschenke. Wir machen uns überhaupt keinen Stress.

cap, dac, lay

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