Mordopfer gewann in der Lotterie

Inge W.: Kostete das große Los sie das Leben?

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Mit einem Los soll die Ermordete zu Reichtum gekommen sein– offenbar gewann sie 100.000 Euro. 

München - Der Schock über den Mord an Inge W. (69) sitzt tief bei den Menschen rund um den Gärtnerplatz. Und sie sind verunsichert, weil der Täter offenbar noch immer frei herumläuft. Möglicherweise gibt es ein Motiv.

Der Schock über den Mord an Inge W. (69) sitzt tief bei den Menschen rund um den Gärtnerplatz. Und sie sind verunsichert, weil der Täter offenbar noch immer frei herumläuft. „Ganze zwei Hinweise sind übers Wochenende reingekommen“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Behr.

Derweil wird über das Motiv des Mörders spekuliert. Einige Nachbarn vermuten als Täter jemanden, der es auf das Vermögen von Inge Wittersheim abgesehen hatte. Die Rentnerin soll nämlich nach dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren buchstäblich das große Los bei der Lotterie gezogen haben. „Sie hat 100 000 Euro gewonnen“, erzählt eine Nachbarin. „Wir haben uns für sie so gefreut, sie hatte doch nur eine kleine Rente.“

An die große Glocke gehängt hatte die Witwe ihren Gewinn aber offensichtlich nicht. Eine gute Freundin von nebenan wusste davon jedenfalls nichts. „Echt? Hat sie nie was erzählt.“

Hier geschah der Mord

Mord mitten im Gärtnerplatzviertel

Überhaupt scheint es so, als habe die Rentnerin zwei Leben geführt. Die einen erlebten Inge W. als Frau, die sehr unter dem Verlust ihres geliebten Mannes gelitten hat: „Sie war einsam“, sagte beispielsweise Martin Kolonko, Chef des Café Forum. Er kannte Inge Wittersheim, die über dem Café im 2. Stock wohnte, seit zwei Jahrzehnten. „Sie war ein entzückender Mensch.“

Andere Bekannte wiederum erlebten Inge W. als eine Frau, die ihre Einsamkeit gelegentlich mit dem ein oder anderen Glaserl Wein zu vertreiben suchte. „Möglich, dass sie ihren Mörder in einem der naheliegenden Lokale kennengelernt hat“, sagt beispielsweise ein Nachbar. Auch er kannte die Witwe seit vielen Jahrzehnten.

Am Donnerstagnachmittag war die 69-Jährige tot in ihrer Wohnung an der Corneliusstraße 2 entdeckt worden. Die Feuerwehr hatte die Tür geöffnet, nachdem die Schwester der Witwe die Polizei alarmiert hatte. Sie hatte sich Sorgen gemacht, weil sie Inge W. mehrere Tage nicht erreichen konnte. Da die Leiche Verletzungen am Oberkörper aufwies, wurde eine Obduktion durchgeführt. Ergebnis: Inge Wittersheim wurde ermordet – möglicherweise erstickt!

Nach tz-Informationen sollen sämtliche Geldbörsen in der Mord-Wohnung geleert gewesen sein. Da es keine Einbruchsspuren an der Wohnungstür gibt, hat Inge W. ihren Mörder wohl selbst hereingelassen.

Die Mordkommission (Telefon 089/29100) ermittelt seit Donnerstag mit Hochdruck an der Aufklärung des Mordfalls. Deshalb sind die Ermittler auf Hinweise angewiesen. Besonders werden Zeugen gesucht, die zu Inge Wittersheim nach dem 3. Oktober noch persönlich oder telefonisch Kontakt hatten.

JAM

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