Schacht inzwischen zugeschüttet

Rätsel um Riesen-Loch im Gehweg gelöst

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Am Montag schütteten Arbeiter den alten Lüftungsschacht der Hofbrauerei zu

München - Das riesige Loch im Gehsteig an der Inneren Wiener Straße ist zugeschüttet worden. Inzwischen ist auch das Rätsel um den Schacht gelöst.

Norman Wenke brach in den Gehweg ein. Er hatte großes Glück, dass er nicht in die Tiefe stürzte.

Jetzt kann der Schacht von Haidhausen keine Spaziergänger mehr verschlucken: Schicht im Schacht! Am Montagmorgen schütteten Arbeiter des Baureferats das gemauerte Bauwerk zu. Wie berichtet, war am Freitagabend München-Besucher Norman Wenke (62) mit einem Bein in das Loch eingebrochen, als plötzlich zwei Gehplatten meterweit in die Tiefe fielen.

Noch am selben Abend untersuchten Straßenbau-Experten der Stadt das mysteriöse unterirdische Bauwerk an der Inneren Wiener Straße – und gaben Entwarnung: Keine weitere akute Einsturzgefahr! Die Feuerwehr setzte einen Schuttcontainer drauf, der erst am Montag wieder entfernt wurde.

Am Montagmorgen begutachteten abermals Bau-Experten den Schacht, untersuchten das Bauwerk auch mit einer Kanalkamera nach Abzweigungen. „Da war aber nichts“, sagt Straßenmeister Thomas Ciollek. Und so schütteten Arbeiter der Stadt den sechs Meter tiefen (zunächst war er noch auf 15 Meter geschätzt worden) und 1,20 Meter breiten sowie 50 Zentimeter langen Schacht kurzerhand mit Kies und Trockenbeton zu!

Tiefes Loch im Gehweg - Feuerwehreinsatz

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Inzwischen ist auch die Funktion des aus Ziegeln gemauerten Bauwerks geklärt: Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen so genannten Lüftungsschacht für den Gärkeller der staatlichen Hofbrauerei.

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Fast hundert Jahre, von 1896 bis 1988, braute die Hofbrauerei entlang der Inneren Wiener Straße ihr Bier. Als die Produktion 1988 nach Riem verlagert worden ist, wurde das Brauerei-Gelände abgerissen. Auf dem Areal errichtete die Schörghuber-Gruppe anschließend mehrere Luxus-Wohnungen.
Den Lüftungsschacht auf dem Gehweg davor hatte man offenbar nur mit einer Betonplatte ohne Armierung verschlossen. Im Lauf der Jahre war die Platte zerbröselt und schließlich am Freitagabend in die Tiefe gesackt.

Übrigens: Rund um den Gasteig entstand seit dem 18. Jahrhundert eine regelrechte Kellerstadt. Um 1860 gab es hier nicht weniger als 64 Bierkeller von 18 Brauereien bis hinüber zur Rosenheimer Straße und zur Steinstraße. In den riesigen unterirdischen Gewölben konnten die Brauereien ihr Bier bei gleichbleibender Kühlung lagern. Die Hänge der Isar waren der ideale Standort für trockene Keller, weil hier das Grundwasser nach unten wegströmte.

tz

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