Insolvenz droht: Lilalu hängt am seidenen Faden

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Eine Riesengaudi ist das Ferienprogramm, bei dem 2011 insgesamt 5700 Kinder mitgemacht haben.

München - Die Macher hatten große Träume, wollten einmal mit ihrem Kinderzirkus Station in New York machen – nun kann der Traum schon in wenigen Wochen platzen.

Lilalu droht die Insolvenz – Tausende Betreuungsplätze in Ferienprogrammen sind in Gefahr! „Wir kämpfen akut ums Überleben!“, sagt Vera Tichy von Lilalu der tz.

Seit 1997 bietet der gemeinnützige Verein ein Ferienprogramm für Münchner Kinder an. Im Mittelpunkt stehen dabei zahlreiche Zirkusworkshops. Hier können sich fünf- bis 17-Jährige als Zauberer oder Pantomime versuchen, den Seiltanz erlernen oder Ziegen dressieren.

Die Workshop-Plätze sind bei Eltern so beliebt, dass mittlerweile in allen Schulferien insgesamt 5700 Plätze vergeben werden. „Wir schätzen das Projekt“, sagt der sozialpolitische Sprecher der SPD im Stadtrat, Christian Müller. „Allen voran machen wir uns aber Sorgen wegen der drohenden Betreuungslücke.“

Er und Stadtrats-Kollegin Verena Dietl haben bei OB Christian Ude einen Antrag gestellt, die gegebenenfalls wegfallenden Plätze durch ein gleichwertiges Angebot zu ersetzen. Schon oft hatte Lilalu mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen – jetzt aber hängt der Zirkusspaß wirklich nur noch am seidenen Faden. „Das ist keine Sache von Monaten mehr“, sagt Sprecherin Tichy. „Wir haben aktuell eine Finanzierungslücke von 120 000 Euro.“

Wie aber kam die zustande? Schließlich wird der Verein sowohl von der Stadt, als auch vom bayerischen Sozialministerium gefördert. „Wir waren immer auch auf Sponsoren angewiesen. In diesem Jahr sind aber einige ausgeblieben, andere haben zugesagt und sind dann doch abgesprungen.“ Zudem habe es unvorhergesehene Ausgaben gegeben. „Zum Beispiel für die Renovierung des Rasens auf dem Gelände des ESV München – auf dem wir im Sommer erstmals logiert haben.“

Die Zeit drängt. Lilalu bittet den Oberbürgermeister in seiner Funktion als Schirmherr um Hilfe. Auch Christian Müller (SPD) hofft, Lilalu noch retten zu können. „Gegebenenfalls muss man auch die Rechtsform eines Vereins noch einmal überprüfen. Das Wichtigste sind jetzt aber Spenden.“ Auf der Internetseite von Lilalu ruft der Verein Münchner Familien zur Unterstützung auf. „Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, uns noch in diesem Jahr mit einer Spende zu unterstützen.“

nba

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