Walter M. ist wegen acht Überfällen mit Geiselnahme vorbestraft

Intelligenz-Bestie als Raubmörder angeklagt

Walter M. wurde auf Mallorca verhaftet.
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Walter M. wurde auf Mallorca verhaftet.

München - Mit einem Intelligenzquotienten von 122 gehört Walter M. (48) zu den ganz klugen Leuten.

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Raubmörder lebte auf Mallorca

Nur vier Prozent der Bevölkerung sei gescheiter, stellte Gerichts-Psychologe Dr. Günter Lauber am Montag vor dem Schwurgericht fest. Kaum zu glauben, dass der begabte Schreiner Walter M. wegen etwa 1000 Euro einen eiskalten Raubmord begangen haben soll. Sein Vorstrafenregister allerdings zeichnet ihn als äußerst brutalen Schwerverbrecher aus.

8. April 2004, 15.30 Uhr: Autohändler Manfred R. (62) sitzt am Schreibtisch in seinem Verkaufshäuschen an der Dachauer Straße. Er isst gerade einen Leberkäs. Ein Mann betritt das Büro und sticht sofort mit einem langen Messer auf den 62-Jährigen ein. Manfred R. greift im Todeskampf noch in die Klinge, doch der Mörder sticht weiter zu. 18 Mal mindestens. Tödlich getroffen sackt das Opfer zusammen.

Der Täter hat es auf das Bargeld seines Opfers abgesehen. Er zieht dem Toten den Geldbeutel aus der rechten Gesäßtasche. Er schließt die Tür hinter sich ab und verschwindet.

Am Abend entdeckt der Sohn den toten Vater. „Seine Augen waren weit aufgerissen“, berichtet Manfred R. (30) als Zeuge vor Gericht. „Er war ein aufgeschlossener, hilfsbereiter und lebensfreudiger Mensch.“

Viereinhalb Jahre dauern die Ermittlungen. Drei DNA-Spuren, darunter eine aus der Gesäßtasche des Opfers, führen schließlich zum Erfolg. Die Spuren stammen von Walter M.! Er wird auf Mallorca verhaftet.

Ein Serientäter: Schon mit 15 begeht er zahlreiche Diebstähle. Im Dezember 1985 beginnt Walter M. eine Serie von acht brutalen Banküberfällen: Jedesmal hält er einem Kunden eine Schusswaffe an Hals oder Kopf, um die Herausgabe von Geld zu erpressen. Am 9. Januar 1986 nimmt er in Straubing sogar eine Mutter von zwei weinenden Kindern als Geisel. Nach einem Überfall am 5. Mai 1986 in Dachau wird er gefasst.

Das Urteil: Zwölfeinhalb Jahre Haft. 1995 darf er das Gefängnis in Straubing wieder verlassen. Vier Jahre später lässt er sich als Schreiner auf Mallorca nieder. Im April 2004 reist er zur Hochzeit seiner Schwester nach München - und begeht laut Anklage aus Geldnot den Raubmord.

Walter M., der von Anwalt Christian Vorländer verteidigt wird, schweigt eisern. Der Indizien-Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Eberhard Unfried

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