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Freundin aus dem Internet räumt Wohnung leer

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Im Internet hatte ein 18-jähriger Münchner seine Freundin kennen gelernt. Sie zog bei ihm ein - und räumte dann bei der ersten Gelegenheit seine Wohnung aus. © dpa

München - Was zunächst wie eine moderne Lovestory aussah, entpuppte sich für einen 18-jährigen Münchner als Räuberpistole. Im Internet hatte sich der junge Mann in eine 27-Jährige verliebt. Sie zog bei ihm ein - und räumte nach einigen Tagen seine Wohnung aus und türmte.

Als die 27jährige Wohnsitzlose aus Hessen vor wenigen Tagen in München-Haidhausen die Wohnung  ihrer Internetbekanntschaft ausräumte, hatte sie sicherlich noch nicht damit gerechnet, dass alsbald die Münchner Mordkommission gegen sie ermitteln wird.

Die Frau hatte ihren Lebensgefährten, einen 18jährigen  Auszubildenden, erst kürzlich über das Internet kennen gelernt und war alsbald darauf zu diesem in dessen Wohnung in Haidhausen eingezogen. Schon bald nach ihrem Einzug nutzte die Frau die Abwesenheit ihres Liebhabers dazu aus, sich mit dessen Wertsachen und Bargeld aus dem Staub zu machen.

Um sich für ihre Flucht nach Düsseldorf einen Vorsprung zu verschaffen, schickte sie dem Bestohlenen eine SMS, mit der sie ihm den Eindruck machen wollte, dass sie entführt worden sei. Sinngemäß lautete ihre Botschaft, dass sie sterben müsse, falls der Türke die Polizei über ihr Verschwinden – und damit natürlich auch von dem Diebstahl – informieren würde. Aus Sorge um ihr Leben verständigte der Türke jedoch sofort die Polizei.

Der Fall wurde der Münchner Mordkommission übertragen, da die Sachbearbeitung von Geiselnahmen auch in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Den erfahrenen Kriminalern gelang es innerhalb von nur fünf Stunden den Fall zu lösen.

Mit Unterstützung der örtlichen Kriminalpolizei konnten die Ermittler die neue Bleibe der Frau in Düsseldorf ausmachen. Dort konnte das verdutzte „Entführungsopfer“ mitsamt dem aus der Münchner Wohnung stammenden Diebesgut (einen PC, zwei Flachbildschirme, eine digitale Spiegelreflexkamera, Schmuck sowie ein Telefon) sichergestellt werden. Lediglich das entwendete Bargeld war von ihr bereits in München für den Kauf eines Navigationsgerätes sowie für die Anmietung eines Leihwagens ausgegeben worden. Mit Hilfe des Leihwagens transportierte sie das Diebesgut zu ihrem neuen Unterschlupf in Düsseldorf, wohin sie das neue Navigationsgerät geführt hatte.

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