Bis zu eineinhalb Stunden - vor allem samstags

Irre Schlangen: Ärger und Wut wegen langer Wartezeiten bei der Post

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Hier gibt es nichts umsonst: Postkunden mussten am Samstag an der Angererstraße heftige Wartezeiten in Kauf nehmen.

Wer an einem Samstag ein Paket abholen will, muss viel Zeit mitbringen. Genervte Kunden berichten von bis zu anderthalb Stunden Wartezeit. Die Post will von einem Wartezeitproblem allerdings nichts wissen.

München - Seinen Samstagmorgen hatte sich Jörg Braun etwas anders vorgestellt. Er musste sich in die Schlange vor der Postfiliale in der Angererstraße in Schwabing einreihen. „45 Minuten Wartezeit, das ist doch kein Service“, schimpft Braun. An der Meistersinger Straße in Bogenhausen ist es offenbar noch schlimmer zugegangen. Unsere Leserin Ulrike Seedorf berichtet von Wartezeiten von bis zu anderthalb Stunden.

Dabei ärgern sich die Kunden nicht nur über die Länge der Schlange, sondern auch über deren Zustandekommen. „Ich war ja daheim, als der Zusteller die Benachrichtung für das Paket in den Briefkasten geworfen hat“, sagt Braun. Er habe dem DHL-Mann sogar noch durchs Treppenhaus zugerufen, er möge das Paket bitte zu ihm in den fünften Stock bringen, doch der sei einfach weitergefahren. „Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert“, schimpft Braun.

Jörg Braun.

Das sollte tatsächlich so nicht vorkommen. „Der Großteil unserer Zusteller arbeitet völlig korrekt“, stellt Post-Sprecher Dieter Nawrath fest. Das heißt: Der Kunde bekommt sein Paket, so er denn beim Zustellversuch daheim ist, direkt an die Wohnungstür geliefert. Auch in höhere Stockwerke, auch wenn kein Lift vorhanden ist. „Da gibt es keine Stockwerkbegrenzung“, sagt der Sprecher. Nur wenn sie niemanden antreffen und auch eine Ersatzzustellung beim Nachbarn nicht möglich ist, würden die Pakete zur Abholung in der Filiale landen. Eine Überlastung der Zusteller will die Post nicht gelten lassen. „Die Zustellbezirke werden regelmäßig überprüft und im Zweifel auch neu bemessen, damit die Zusteller nicht überfordert werden“, so Nawrath.

Auch ein „generelles Warteizeitenproblem“ sieht die Post in München nicht. Zu Spitzenzeiten, etwa samstags oder nach Feierabend, könne es punktuell zu längeren Wartezeiten kommen. „Das ist nicht schön, lässt sich aber auch nicht ganz vermeiden“, so der Postsprecher. Das liege aber nicht an der Zahl der Filialen. Eigene Filialen betreibt die Post nicht mehr, sie kooperiert mit der Postbank und dem Einzelhandel. „Zum Vergleich: Im Jahr 1994 gab es 70 Postfilialen in München, heute werden die Kunden an 360 Verkaufsstellen bedient“, heißt es bei der Post. „Das Filialnetz ist also sogar dichter geworden“, sagt Sprecher Nawrath.

Allerdings bieten längst nicht alle Filialen den vollen Service an. Im Internet können Postkunden unter www.postfinder.de die Filialen in ihrer Nähe suchen und herausfinden, ob sie dort nur Briefmarken kaufen oder auch Pakete abgeben oder Geld abheben können. Den Kunden, die ein Paket abholen müssen, hilft das allerdings wenig. Noch ärgerlicher ist es, wenn die Wartezeit vergebens war. So konnten Pakete aus der überfüllten Packstation in der Meistersingersingerstraße am Samstag überhaupt nicht abgeholt werden. „Das Schild, das darauf hinwies, haben viele erst gesehen, nachdem sie schon eine Stunde angestanden sind“, ärgert sich Ulrike Seedorf.

Abends wird‘s heftig!

Wenn ich nach einem Tag an der Uni zur Post möchte, muss ich oft lange Schlange stehen. Das ärgert mich natürlich, obwohl die Angestellten in der Post freundlich sind. Oft werden bei großem Andrang auch keine weiteren Schalter geöffnet.

Patricia Ebert (26), Studentin aus München.

Bei mir ging’s schnell

Ich stamme aus Luxemburg und habe heute das erste Mal ein Paket abgeholt. Ich hatte Glück und musste am ­Montagmorgen nur fünf Minuten warten – das ging wirklich zügig.

Moritz Hos (19), Student aus München.

Zu wenig Schalter offen

Auf dem Land kann ich die Post schon lang nicht mehr aufgeben, deshalb mache ich das beim Umsteigen am Haupfbahnhof. Aber auch da sind immer zu wenige Schalter geöffnet.

Resi Weber, Maklerin, Emmering.

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