Irre Verfolgungsjagd durch die Stadt

Dieser Rennbuggy-Raser flüchtete vor der Polizei

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So posierte Sigmar F. mit seinem Rennbuggy.

München - Sigmar F. soll mit 130 Stundenkilometern durch die Stadt gerast sein, teilweise in 30er-Zonen. Auch auf Bürgersteige wich der Rennbuggy-Fahrer auf der Flucht vor der Polizei aus. Jetzt steht er wieder vor Gericht.

Es war die irrwitzigste Verfolgungsjagd, die sich je ein Raser mit der Münchner Polizei geliefert hat. Mit bis zu 130 Stundenkilometern jagte eine Streife im Oktober 2012 dem Rennbuggy „Ariel Atom“ (Wert ca. 57 000 Euro, von Null auf Hundert in 2,9 Sekunden) vom Hofgarten bis nach Giesing hinterher, dessen Fahrer sogar in der Tempo-30-Zone über 100 fuhr!

Jetzt sitzt Sigmar F. (42) auf der Anklagebank des Landgerichts. Genauer gesagt: im Rollstuhl daneben. Beim ersten Prozess im Februar hatte Sigmar F. noch gehen können. Was ihm inzwischen zugestoßen ist, will er dem Vorsitzenden Richter Frank Zimmer nicht sagen.

Sigmar F.

Auch zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft schweigt der Angeklagte. Mit 115 Sachen war der Rennwagen an einem Sonntagnachmittag gegen 15.40 Uhr auf dem Altstadtring geblitzt worden. Am Hofgarten stoppte die Polizei den mit Helm und Unterziehhaube unkenntlichen Fahrer. Doch plötzlich gab dieser Gas und raste davon. „Mit durchschnittlich 115 km/h“, sagte ein Polizist als Zeuge aus.

Nur der schnellen Reaktion von zwei Autofahrern und einem Busfahrer ist zu verdanken, dass es nicht zum Crash kam. Wegen Ampel-Staus wich der Raser zweimal auf den Gehweg aus, einmal haarscharf an einer Mutter mit Kinderwagen vorbei. In der Werinherstraße gaben die Verfolger auf. „Es war zu gefährlich“, so ein Polizist. Auf einem nahen Firmengelände wurde der Rennwagen schließlich gesichtet – und Sigmar F. festgenommen.

Im Februar verurteilte ihn das Amtsgericht wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu sieben Monaten Haft auf Bewährung. Der Staatsanwaltschaft war dieses Urteil zu milde, sie ging deshalb in Berufung. Der Angeklagte, der die Tat nach wie vor bestreitet und inzwischen mehrfach die Anwälte gewechselt hat, will seinen beschlagnahmten Boliden wieder haben.

Sigmar F. hofft auf Freispruch: „Die Polizei hat nicht festgestellt, wer gefahren ist. Es könnte sich jemand im Fußraum versteckt haben.“ Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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