Dabei wollte sie nur Vögel retten

Irrer Astwurf: Studentin ballert Mann vom Radl

+
Am Monopteros geht's nicht immer nur idyllisch zu.

München - Einfach nur stocknarrisch, diese Geschichte! Studentin Patty L. (23) hat in der Nähe des Monopteros mit einem Stock nach einer räuberischen Rabenkrähe geworfen – und dabei einen Radler am Rücken getroffen.

Matthias S. (37) stürzte und zog sich eine Schädelprellung zu. Er trug keinen Helm. Jetzt wurde die Sache vor dem Amtsgericht verhandelt. S. hatte die Werferin wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

Der angehenden Juristin war ein Strafbefehl über 1.200 Euro ins Haus geflattert, sie legte Einspruch ein. Sie habe nicht auf den Radfahrer gezielt. „Ich habe beim Joggen neben einem Baum zwei aus dem Nest gefallene Jungvögel gesehen und bin hingelaufen.“ Da stieß von oben eine Krähe auf die Piepmätze hinunter, packte einen und flog davon. Patty L.: „Zufällig lag da ein Stock. Ich habe ihn nach der Krähe geschleudert.“ Die gefiederte Räuberin flog mit ihrer Beute weiter, L. hatte weit vorbeigeworfen – und den Radler getroffen.

„Das war Absicht“, ist der EDV-Berater bereit zu schwören. „Dieselbe Joggerin hat mich tags zuvor beschimpft, ob ich blind oder bloß blöd sei. Deppen auf Drahteseln hätten auf dem Fußweg nix zu suchen.“ Die Studentin sagt: „Der Herr verwechselt mich. Mir ist doch wurscht, wo der radelt“. Dass sie ihn mit dem Stock traf, führt sie auf ihr mangelhaftes perspektivisches Sehen zurück, schriftlich bestätigt vom Optiker.

Für die Not der Nestlinge hat sie Zeugen: Ein Pärchen hat damals gerade noch rechtzeitig seinen jagdlustigen Terrier am Schlafittchen gepackt. „Vor ein paar Tagen habe ich die beiden ganz zufällig wieder im Englischen Garten gesehen, sie haben sich erinnert.“

So wurde aus der gefährlichen eine fahrlässige Körperverletzung. Mit einem derart gestörten Sehvermögen hätte die Angeklagte den Stock gar nicht werfen dürfen, so der Richter. „Sie mussten damit rechnen, einen Menschen zu treffen.“ Die Geldstrafe wurde auf 300 Euro geviertelt. Patty L. hat sich seinerzeit bei dem Radler nicht entschuldigen können, „davon wollte er nichts wissen“. Jetzt nahm er ihr Bedauern zur Kenntnis – und akzeptierte einen Zwanzig-Euro-Schein für die damalige Reinigung seines schmutzigen Anzugs.

Sarah List

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare