Private Investoren planen Musik-Zentrum

Irrer Plan: Kultur-Palast auf dem Post-Areal

Aus der Briefzentrale (unten) könnte ein Konzert-Areal werden.

München - Und ewig grüßt das Murmeltier. Münchens größtes Vieh im Kulturleben heißt seit Jahren Konzertsaal und hat schon viele Vorschläge für einen großen Musikstall gehört. Aber eben nur Vorschläge. Und jetzt? Gibt es wieder einen konkreten Plan.

Und ewig grüßt das Murmeltier. Münchens größtes Vieh im Kulturleben heißt seit Jahren Konzertsaal und hat schon viele Vorschläge für einen großen Musikstall gehört. Aber eben nur Vorschläge, darunter Marstall, Finanzgarten, Philharmonie-Doppelbespielung. Derzeit steht der Olympiapark hoch im Kurs. Und jetzt? Gibt es wieder einen Plan. Der allerdings, bitte lesen Sie weiter, zwingend klingt. Denn jetzt kommen die Privaten ins Spiel.

Ein Kultur-Areal soll im Münchner Westen entstehen – mit Musik, so weit das Ohr reicht. Das Gelände gehört der Post. Aber das, hört man gestern auf der Pressekonferenz, sei nicht das Problem, denn: „Die Verhandlungen sind so konkret, dass ein Abschluss kurz bevorsteht.“ Das sagt Mathias Niemeier, Investor von der Bayerischen Projekt Beteiligungs GmbH.

Und so soll’s klappen: Die Post erhält einen Ersatzbau – wo, wird noch geheimgehalten –, der „schlüsselfertig übergeben wird“. Und dafür verkauft sie das Gelände an der Friedenheimer Brücke, um hier, tief im Westen der Stadt, einen Kontrapunkt zu den großen Kulturzentren im Osten (Museen, Gasteig, Herkulessaal & Co.) zu setzen. Ehrgeiziges Ziel: Bereits 2020 soll der Bau stehen. Also dann, wenn die Philharmonie über Jahre schließen muss zur großen, ungewissen Sanierung.

Man betont, dass "Die Resonanz" – so der Name des Projekts – primär die Spielstätte der BR-Symphoniker sein solle. Die halten sich erst mal bedeckt. Beschäftigt habe man sich mit diesem Standort schon seit 18 Monaten – juristisch, planerisch, infrastrukturell. Die Stadtplanerin und Architektin Andrea Gebhard preist die Vorzüge des Standortes, und das klingt überzeugend: Die Anbindung ist perfekt (S-Bahn, Tram, unterirdisch könnten sehr viele Parkplätze entstehen, das Graben in die Tiefe ist ungefährlich), das denkmalgeschützte Gebäude ist riesig und habe seinen ästhetischen Charme, ein Schwerpunkt im Westen sei „ein großes Pfund“ (Geb­hard), da eine Verbindung zwischen Nymphenburger Park und Zentrum entstünde.

Planen könne man einen Saal für rund 1900 Besucher und mehrere kleinere – je nach Bedarf. Dazu stellt man sich ein Rahmenprogramm vor: etwa ein Musik-Museum, eine Plaza mit Wasser (im Winter auch zum Schlittschuhlaufen geeignet), Seminarsäle und alles, was Profimusiker vom BR, aber auch andere Orchester so brauchen.

„Wir haben das Eigenkapital für die Grundstückfinanzierung“, betont Niemeier. Ein privates Betreiber-Konzept soll es am besten sein: Der Freistaat mietet bzw. pachtet das Gelände. Und jetzt zum Aber: Man will noch heuer die Machbarkeitsstudie durchpauken und somit eine Entscheidung herbeiführen. Wie schnell mahlen Bayerns Politik-Mühlen? Es sei kein Problem, mit der Kompetenz und den Kontakten zu renommierten nationalen und internationalen Architekten den Bau dann wirklich in fünf Jahren hochzuziehen. Laut tz-Informationen ist die Staatsregierung angetan und erwartet schnelle Vorschläge. Vielleicht geht’s dann doch noch flott wie ein Paukenschlag. M. Bieber

Auch interessant

Meistgelesen

Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ
Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

Kommentare