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Irrer Verehrer macht Schülerin Leben zur Hölle

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Ludwig T. verfolgte sein Opfer gnadenlos.
Ludwig T. verfolgte sein Opfer gnadenlos.

Seine Liebe zu einem 15-jährigen Mädchen blieb unerwidert. Doch Ludwig T. (24) ließ nicht locker und steigerte sich in einen Wahn hinein.

Da er Sandra (Name geändert) nicht haben konnte, terrorisierte er das Mädchen aus München auf schreckliche Weise – mit unzähligen Anrufen, Beleidigungen, Todesdrohungen, brutalen Attacken. Das Gericht machte dem Liebesterror jetzt ein Ende: Ludwig muss die nächsten Jahre in der Psychiatrie verbringen.

Auf einem Punk-Konzert im November 2006 verliebte sich Ludwig T. unsterblich in die zierliche Sandra. Die Schülerin hatte jedoch keine Lust, mit dem etwas tapsigen Lehrling eine Beziehung einzugehen. Er stellte ihr nach, vergeblich. Ab Sommer 2007 begann sein Terror. Bis zu 70-mal am Tag rief er bei ihr an. Sie oder ihre Eltern legten sofort auf, er rief aber sofort wieder an. Er traktierte das Mädchen in E-Mails mit Beleidigungen und sexuellen Anspielungen, nannte sie in Internet-Foren eine „Hure Satans“.

Ludwig T. ging noch weiter: Am 19. Juni 2007 verprügelte er Sandra auf offener Straße, bis sie zu Boden ging. Bevor er sich aus dem Staub machte, zog er seine Hose herunter, zeigte ihr sein nacktes Hinterteil und lachte höhnisch. Als Sandra später im Backstage ein Konzert besuchte, ging er plötzlich auf sie zu und rammte ihr den Ellbogen ins Gesicht. Sie erlitt eine Platzwunde. In der Glockenbachwerkstatt warf er eine Bierflasche nach ihr. Dann schlug er ihr ein blaues Auge, trat auf sie ein.

Sandras Eltern zogen vor Gericht, das dem Angreifer im November 2007 endlich ein Kontaktverbot auferlegte. Obwohl das Mädchen zunehmend unter Angstzuständen, Schlafstörungen und extremer Nervosität litt, scherte sich der Täter nicht um die gerichtlichen Auflagen und verfolgte sie weiter. Der Terror endete erst, als er am 3. Januar verhaftet wurde.

Inzwischen ist Ludwig T. in der Psychiatrie in Haar untergebracht und dort wird er nach dem Urteil des Landgerichts auch bleiben. Die Unterbringung wurde zwar zur Bewährung ausgesetzt, aber unter der Bedingung, dass er sich weiter stationär behandeln lässt und sich fünf Jahre lang einer strengen Führungsaufsicht unterwirft. „Er sieht heute klar ein, dass er damals Fehler gemacht hat“, sagt sein Verteidiger Marco Noli.

Liebeswahn gehöre zu den manischen Psychosen, erklärt Gerichtspsychiater Dr. Matthias Hollweg die Krankheit. Diese sei mit modernen Medikamenten heute meist gut behandelbar.

ebu

Quelle: tz

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