Am Augustiner-Biergarten verfranzt - Video

Irrfahrt: Hier steckt eine Tram im Nirgendwo fest

München - Irrfahrt mit der Tram! Eine Straßenbahnfahrerin hat sich am Augustiner-Biergarten beim Wenden verfranst und stand plötzlich ohne Strom am Ende der Schienen da. Und dann wurde es richtig skurril.

"Es fährt ein Zug nach nirgendwo ..." Ob die Besucher des Augustiner-Keller-Biergartens am Mittwochabend den alten Schlager von Christian Anders im Kopf hatten, als sie sahen, was sich einige Meter entfernt abspielte? Zu Mass und Brotzeit bekamen die Biergartenbesucher gegen 19 Uhr ein gepfeffertes Schauspiel serviert: Eine Tramfahrerin hatte sich mit ihrer Straßenbahn verfranzt!

Tram-Irrfahrt: Biergarten-Besucher packen mit an

Tram-Irrfahrt: Biergarten-Besucher packen mit an

Hier, wo die Schienen enden, steckte die Tram fest

Die bis auf die Fahrerin leere  Straßenbahn zuckelte die Circus-Krone-Straße entlang - auf einem Gleis, das im Nirgendwo endet und nur für Wendemanöver dient. Plötzlich blieb die Tram stehen - an einer Stelle, wo die Schienen im Asphalt enden und auch keine Oberleitung mehr Strom geben konnte. "Ich dachte, eine gerissene Oberleitung hätte jemanden getroffen und mich an meinen Erste-Hilfe-Kurs erinnert", schildert ein Leser unserer Onlineredaktion, der uns auf den Vorfall aufmerksam machte. Er eilte zur Tram - und sah, dass die Fahrerin mit ihrem Stromabnehmer sogar ein Schild umgeknickt hatte, das "Bis hierhin und nicht weiter" anzeigen sollte.

Ohne Saft konnte die Straßenbahn nicht mehr vor oder zurück, also forderte die Frau einen Unfallhilfswagen der MVG an. Als dieser nach 20 Minuten kam, wurde es richtig skurril. Der Augenzeuge berichtet: "Der Servicewagen hätte eigentlich helfen sollen, aber das ging nicht, weil er aus der falschen Richtung kam und komplett außenrum fahren hätte müssen." Der MVG-Helfer zeigte sich erfinderisch: "Packt's alle mit an und schiebt's mal", forderte er die Biergartenbesucher auf, die sich bereits um die Tram geschart hatten. 

"Die Kollegin ist noch nicht lange bei uns und hat sich halt verfahren", sagte er laut dem Beobachter, der selbst auch mit anpackte. Er schildert weiter: "Die Fahrerin brauchte etwas länger, um die Bremse zu lösen, aber dann konnten wir mit sechs, sieben Mann die Straßenbahn bewegen und sie die zehn, zwanzig Meter zur Oberleitung zurückschieben. Anschließend konnte sie den Stromabnehmer wieder ausfahren." Die Frau sei etwa Ende 40 gewesen, schätzt der Augenzeuge. "Und danach hat mich jeder gefragt: 'War sie blond?' Nein, war sie nicht", sagt er schmunzelnd.

Die MVG bestätigt den Vorfall. "Wir hatten am Mittwoch eine Störung auf der Linie 16/17", so Sprecher Michael Solic, "deswegen mussten die Fahrzeuge in diesem sogenannten Wendehammer umkehren. In dem Fall war es so, dass das Fahrzeug zu weit reingefahren ist und den Bereich mit der Oberleitung verlassen hat. Die Schienen laufen noch ein ganz schönes Stück weiter als die Oberleitung."

Muss die Frau jetzt Konsequenzen befürchten? "Es ist nicht die Regel, sondern eher ein Ausnahmefall, dass so was passiert. Aber es sind ja keine großen Schäden entstanden, nur das Blechschild für ein paar Euro, insofern ist es nicht so wild", so MVG-Sprecher Solic, der anfügt: "Wir möchten uns bei den Biergartenbesuchern für die tatkräftige Unterstützung bedanken."

Armin Linder

 

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