Die irrsten Ausreden der Münchner Autofahrer

München - Die 15 Verkehrsrichter am Amtsgericht München kennen sie alle, die dreisten Ausreden der Autofahrer. Uns verraten sie die beliebtesten - und welche im Ernstfall wirklich zieht.

„Ich habe nicht telefoniert, Herr Richter. Ich habe mich am Steuer rasiert.“ Ausreden dieser Art hören die 15 Verkehrsrichter am Amtsgericht München beinahe täglich, berichtet der Leiter der Verkehrs-Strafabteilung, Hermann Lerch.

„In dieser Abteilung wird manchmal härter vor Gericht gekämpft als bei einem Mordprozess“, so der Präsident des Amtsgerichts, Gerhard Zierl. Vor allem, wenn es um die Punkte in Flensburg und um den Führerschein geht. „Da kennt der Einfallsreichtum keine Grenzen.“

Temposünder behaupten oft, sie hätten das Schild übersehen. Die dreisteste Ausrede: „Mein Tacho klemmt.“ Eine häufige Ausrede: „Mir hat’s pressiert, ich hatte Durchfall.“ Manchmal wird behauptet, man habe die schwangere Frau dringend in die Klinik bringem müssen. „Das prüfen wir nach“, sagt Lerch. Wenn das sich als wahr herausstelle, könne der Richter ein Auge zudrücken.

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Trotz Verbots wird nachwievor fleißig am Steuer telefoniert. Wer erwischt wird, behauptet häufig: „Ich habe mich nur am Ohr gekratzt.“ Und die Bewegungen der Lippen? „Im Radio lief ein tolles Lied. Ich habe mitgesungen.“ Rotlicht-Sünder behaupten oft: „Ich wurde von der tief stehenden Sonne geblendet.“

Seit sich die Polizei zunehmend die Radfahrer vorknöpft, häufen sich auch hier die Bußgeldverfahren. Radler nehmen es oft mit den Ampeln nicht sehr genau. Beliebteste Ausrede: „Es war alles frei, ich würde doch nie meine Haut riskieren.“

E. Unfried

Rubriklistenbild: © dpa

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