Auf dem Weg in den Dschihad gefasst

IS-Jünger (14) kommt nach München

Er kehrt bald zurück: Der radikalisierte Schüler Erkan (14), hier bei der Koran-Verteilung am Stachus (roter Kreis).

München - Erkan (14) wollte sich dem Dschihad des IS in Syrien anschließen, doch dort wurde er gefasst. Voraussichtlich bereits ihn einigen Tagen wird der radikalisierte Jugendliche nach München zurückfliegen.

Am 20. Juli war der damals noch 13-jährige Münchner Schüler aus einer Einrichtung des Jugendamtes in Dachau verschwunden und hatte sich mit einem gestohlenen Pass ins türkisch-syrische Grenzgebiet durchgeschlagen. In Syrien wollte er sich dem IS anschließen. Doch sein Schleuser ließ ihn in Gaziantep sitzen. In seiner Verzweiflung sprach Erkan am 24. Juli im Internet wahllos Männer an, die er für IS-Kämpfer hielt. Dabei geriet er an einen verdeckt recherchierenden Journalisten des Salafisten-Watchblogs Erasmus Monitor, der die Behörden informierte und Erkans Geschichte öffentlich machte. Noch am gleichen Tag wurde Erkan in Gaziantep aufgegriffen und in einer Jugendeinrichtung untergebracht.

Jetzt kehrt Erkan in Polizeibegleitung aus der Türkei zurück. In München wird er schon erwartet: „Wir werden uns intensiv um ihn kümmern,“ erklärte Frank Boos, Sprecher des Sozialreferates. Erkan hat strafrechtlich nichts zu erwarten, weil er bei seiner Flucht erst 13 Jahre alt war. Mittlerweile ist er aber 14 Jahre alt und damit ab sofort strafmündig.

Ob es den Sozialarbeitern gelingt, den radikalisierten, wesentlich älter wirkenden Bub zur Umkehr in ein normales Leben zu bewegen, wird sich zeigen. Die eigene Mutter kam mit ihm nicht mehr zurecht, seitdem er sich offensichtlich aktiven Salafisten angeschlossen hatte.

dop

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