Reichlich zu tun für die Polizei

Immer wieder Party-Ärger an der Isar - Politiker mahnen: „In Corona-Zeiten bleibt es besonders wichtig ...“

Nach Partys an der Isar bleibt oft reichlich Müll zurück.
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Nach Partys an der Isar bleibt oft reichlich Müll zurück.

Ein Polizei-Funktionär fordert ob der ausschweifenden Corona-Partys ein begrenztes Alkoholverbot an der Isar. SPD-Politiker setzen auf die Einsicht der Feiernden.

  • Während der Corona-Pandemie in München muss vor allem die Isar als Party-Zone herhalten.
  • Anwohner sahen sich zuletzt mit „unhaltbaren Zuständen“ konfrontiert, auch Einsatzkräfte klagten.
  • Der München-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft regt ein begrenztes Alkoholverbot an.

Feierwütige an der Isar: SPD fordert mehr Rücksicht - auch auf die Tiere im Tierpark

Update 19. Juli, 18.56 Uhr: An der Isar treffen sich immer mehr Feierwütige. Der SPD-Fraktion ist es dabei wichtig, dass die Münchner Rücksicht aufeinander und auf die Anwohner nehmen, heißt es in einer Mitteilung. SPD-Vize Christian Vorländer: „In Corona-Zeiten bleibt es besonders wichtig, Abstand zu halten und umsichtig zu sein.“ Nicht nur die menschlichen Isar-Anrainer könnten sich gestört fühlen. SPD-Stadtrat Roland Hefter sagt: „Wir dürfen auch die Tiere im Tierpark Hellabrunn nicht vergessen, die ebenso von lauter Musik und dem Rauch der Grills an der Isar betroffen sind. Der Rauch sowie der Lärm lösen bei den Tieren Fluchtreflexe und Panik aus.“ Die SPD hatte bereits vor einer Weile beantragt, Grills in unmittelbarer Nähe des Tierparks zu untersagen. ska

Feiern am Gärtnerplatz in München sorgt nicht überall für gute Laune. Anwohner sind genervt. Nun soll der Kommunale Außendienst nachts patrouillieren. Ein CSU-Politiker wirbt für zwei rigorose Maßnahmen.

Update 16. Juli, 13.15 Uhr: Der Vize-Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jürgen Ascherl, hatte gegenüber Bild ein begrenztes Alkoholverbot an der Isar ins Spiel gebracht (siehe Ursprungsmeldung).

Der Münchner Polizei sei diese Forderung allerdings neu, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zwar gebe es vermehrt Einsätze, seit die Clubs geschlossen sind. Ein Alkoholverbot halte man angesichts der Einsatzlage jedoch nicht für notwendig. „Im Sommer ist an der Isar immer viel los“, so der Sprecher.

Über die Landeshauptstadt München und ihre Bewohner gibt es das ein oder andere Vorurteil. Die Macher eines Instagram-Kanals bedienen sich eifrig.

Corona München: Alkoholverbot an der Isar? Umfrage liefert eindeutiges Ergebnis

Auch das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat sich bislang nicht mit einem Alkoholverbot an der Isar beschäftigt. „Es wäre auch mit hohen rechtlichen Hürden verbunden“, teilte ein Sprecher mit. Zwar gibt es am Münchner Hauptbahnhof ein Alkoholverbot, dies habe man aber nur mit Blick auf die vielen alkoholbedingten Straftaten begründen können. Letztlich liege es am Stadtrat, ein Alkoholverbot an öffentlichen Räumen zu beschließen.

Update 16. Juli, 11.18 Uhr: Die Münchner könnten sich gut vorstellen, an der Isar vorübergehend auf ein kühles Bier zu verzichten. Das zumindest legt unsere Pinpoll-Umfrage (siehe unten) nahe. Bislang erklären knapp 77 Prozent, dass es „so wie in den letzten Wochen nicht weitergehen“ könne. Lediglich 15 Prozent sprechen sich explizit gegen ein begrenztes Alkoholverbot aus.

München: Party-Ärger an der Isar - Polizei-Funktionär bringt radikale Maßnahme ins Spiel

Ursprungsmeldung (16. Juli, 7.15 Uhr):

München - Ob es eines Tages wirklich so weit kommt? Was ein Polizei-Funktionär jetzt fordert, wäre nicht weniger als ein Angriff auf die viel gerühmte „libertas bavariae“. Ob der jüngsten Isar-Exzesse, die sowohl Anwohner als auch Einsatzkräfte in München auf Trab hielten, soll nun über ein weitreichendes Verbot diskutiert werden.

Zum Teil gewalttätige Zusammenkünfte vor allem junger Leute beherrschten in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen. An schönen Sommerabenden tummelten sich zeitweise bis zu 10.000 Menschen gleichzeitig an der Isar. Wer unweit von Hotspots wie der Wittelsbacherbrücke wohnt, klagte zuletzt oft über nächtlichen Lärm oder Müllberge vor seiner Haustür.

An schönen Sommertagen tummeln sich Tausende Münchner gleichzeitig an der Isar.

Auch für Polizisten wurde es mitunter ungemütlich: „An der Isar gab es schon immer Probleme. Aber durch Corona hat es sich deutlich verschärft (...) Je mehr Alkohol fließt, desto aggressiver werden die Menschen“, klagt ein Beamter gegenüber Bild (Ausgabe vom 16. Juli) sein Leid. Bei Kontrollen habe es vermehrt Solidarisierungen gegen die Beamten gegeben, er und seine Kollegen seien wiederholt als „scheiß Bullen“ beschimpft worden.

Alkoholverbot an der Isar? Polizei-Funktionär aus München: „Würde helfen“

Jürgen Ascherl sieht die Entwicklung an der städtischen Isar mit Sorge. Für den Polizei-Funktionär sind die jüngsten Vorkommnisse Anlass, eine drastische Maßnahme ins Spiel zu bringen. 

„Ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot an bestimmten Brennpunkten würde helfen“, erklärt der München-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. Es dürfe nicht sein, dass seine Beamten „im öffentlichen Raum angegriffen werden“, zitiert Bild den 57-Jährigen.

Zuletzt hielt auch das Wetter die Einsatzkräfte an der Isar in Atem. Wegen des zeitweise hohen Pegels waren mehrere Schlauchboote gekentert, die Warn-App KATWARN löste aus.

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