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Isar als Vorbild für Los Angeles River

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Erfahrungsaustausch: Für den neuen Isarlauf hat Bürgermeister Hep Monatzeder schon ein Weidenbäumchen gepflanzt.
Erfahrungsaustausch: Für den neuen Isarlauf hat Bürgermeister Hep Monatzeder schon ein Weidenbäumchen gepflanzt. © Michael Westermann

München/Los Angeles - Ein Bürgermeister (Hep Monatzeder), der im bürokratisch-grauen Anzug Salsa tanzt und ein Baureferats-Experte (Ralf Wulf), der im bayerischen Trachtenlook Mojitos schlürft.

Wenn man daraus einen Film machte, dann böte sich als Titel „Sechs Münchner in Hollywood“ an.

Sechs, das war die Kopfzahl der Delegation, die in die kalifornische Metropole eingeflogen war, um dort zu zeigen, wie man (nein, nicht Bier braut) einen Fluss bürgerfreundlich macht. Der Los Angeles River ist nämlich eine Betonbahn wie sie die Isar einmal war. Das soll sich nach dem Bestreben der Organisation FOLAR (kurz für „Friends Of Los Angeles River) ändern.

Die Frage ist wie. Und da hatte das deutsche Goethe Institut in Los Angeles eine Antwort. Seht euch an, wie die Münchner es gemacht haben (tz berichtete)!

So kam der Trip „Isar goes Hollywood“ zustande. Und wurde ein durchschlagender Erfolg. Die Experten aus München sahen sich den Masterplan für die „Zurück zur Natur“-Zukunft des LA River an und befanden, so Ingenieurbau-Experte Ralf Wulf: „Das ist ein Generationswerk.“ Will heißen: Nur Stück für Stück machbar. Und: „Das Münchner Modell könnte auch hier funktionieren.“

FOLAR nickte zustimmend. Der erfolgreiche deutsch-amerikanische Business-Berater Boris von Bormann brachte die Hollywood-Idee ein: „Hier müssen Sponsoren her wie Disney oder Universal, die Teile des Flusses zu Parks machen.“

Was bei dem Münchner Beitrag zur Veschönerung von Los Angeles herauskommt, ist auch eine Frage des Geldes. Das geschätzte Budget für das Projekt LA River: eine Milliarde Dollar.

Bei solchen Summen bekamen die Bayern große Augen. Ralf Wulf sah den Vergleich zu den Isar-Kosten als „beste PR für uns“. Sprich, „dass bei uns Steuergelder richtig eingesetzt worden sind“. Damit die „Angelinos“ es ebenso gut machen können, hatten die Münchner ein Fläschchen Isar-Wasser mitgebracht, das als Glücksbringer über die Reling der 6th Street Bridge in das – selbst im Frühherbst fast total trockene – Bett des LA River gekippt wurde.

Los Angeles revanchierte sich mit Auszeichnungen. Die Isar-Matadore bekamen den Fluss-Oscar Rivie, eine Willkommens-Urkunde des Bürgermeisters von Los Angeles und ein Schild überreicht, dass die Fluss-Partnerschaft zwischen Los Angeles und München feiert. Apropos Feier. Zu ihren Ehren stieg eine Fiesta auf der 6th Street Brücke – mit Bratwurst und Tacos.

D. Sindermann

Quelle: tz

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