Anzeigen in Fachblättern

Isar-Mord: Kripo bittet Ärzte um Mithilfe

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Ein Stich traf sein Herz. Domenico L. († 31) verblutete innerhalb kürzester Zeit

München - Kein Versuch wird ausgelassen, um dem Isar-Mörder doch noch auf die Spur zu kommen: Die Kriminalpolizei bittet jetzt Hausärtze, Chirurgen und Notfallambulanzen um Mithilfe.

In einer großformatigen Anzeige im aktuellen Fachblatt „Münchner ärztliche Anzeigen“ des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbandes München vom 22. Juni bitten Staatsanwaltschaft München I und die Mordkommission nun Hausärzte, Chirurgen und Notfallambulanzen um Hinweise.Auch sämtliche psychatrische Einrichtungen und Therapeuten wurden von der Soko Cornelius bereits um Hilfe gebten.

Die Ermittler hoffen, dass der Täter nach dem Mord ärztliche Hilfe in Anspruch nahm wegen einer Schnittwunde an Hand, Arm oder Oberkörper. Denn er hat sich bei der Ermordung des italienischen Ingenieurs Domenico L. (31) am 28. Mai auf dem Radweg entlang der Erhardtstraße selbst verletzt. Der Psychopath hatte kurz zuvor Domenicos Freundin grundlos angespuckt. Als der Ingenieur ihn zur Rede stellen wollte, stach er sofort zu.

In der Anzeige sprechen die Ermittler bezüglich der Gefährlichkeit des Täters Klartext: „Es besteht angesichts der Gesamtumstände und Vorgehensweise eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben anderer Personen und für die Allgemeinheit, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass von dem noch unbekannten Beschuldigten weitere massive Straftaten verübt werden.“ Ärzte haben ein Zeugnisverweigerungsrecht und unterliegen der Schweigepflicht, die aber bei derart schwerwiegenden Verbrechen Ausnahmen zulässt.

Seit mehreren Wochen fahnden knapp 30 Kripo-Beamte nach Domenicos Mörder – bislang aber ohne heiße Spur.

Dorita Plange

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