Täter immer noch auf der Flucht

Isar-Mord: Polizei sucht in der Psychiatrie

Domenico L. wurde erstochen. Domenicos Verlobte trauert um ihn.

München - Auf der Suche nach dem Mörder von Domenico L. (31) geht die Soko Cornelius neue Wege. Auch wenn die Polizei ihn nicht kennt, könnte er psychiatrisch behandelt worden sein.

Der Ingenieur Domenico L. (31) war Ende Mai auf der Erhardtstraße an der Isar von einem Unbekannten erstochen worden, der zunächst Domenicos Freundin angespuckt hatte. Ein unberechenbarer Psychopath offensichtlich, von dem nur eine DNA-Spur existiert. Er muss bislang nicht zwingend der Polizei aufgefallen sein, könnte aber psychiatrisch behandelt worden sein. Und da setzen die Ermittlungen nun an.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben sämtliche psychiatrischen Einrichtungen und Ärzte in der Stadt um Hinweise auf männliche Patienten im passenden Alter gebeten, die in der Vergangenheit durch auffällig aggressives Verhalten auffielen. Diese Männer sollen sich einem Speicheltest unterziehen. „Wir sind auf Freiwilligkeit angewiesen. Niemand kann einen Arzt oder Therapeuten zwingen, die Schweigepflicht zu brechen“, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Das Anliegen der Polizei stößt in Fachkreisen durchaus auf Verständnis – zumal der Täter jederzeit wieder morden könnte.

Dorita Plange

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