Würge-Attacke sorgt für neue Spur

Isar-Mord vor der Aufklärung?

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Domenico L. wurde am Abend des 28. Mai ermordet

München - Mit einer völlig unmotivierten und höchst brutalen Attacke auf ein ihm unbekanntes Pärchen am Nymphenburger Schlosskanal ist ein 33-Jähriger augenblicklich in den Fokus der Soko Cornelius geraten.

Der unter Betreuung stehende und wegen schwerer Körperverletzung vorbestrafte Münchner Marko T. (Name geändert) wollte am vergangenen Sonntag einen jungen Mann am Schlosskanal aus völlig unerfindlichen Gründen mit einem Fahrradschloss erdrosseln. Die Beamten der Soko Cornelius sehen in diesem ungewöhnlichen Angriff deutliche Parallelen zu dem ungeklärten Mord an dem italienischen Luft- und Raumfahrtingenieur Domenico L. († 31), der am Abend des 28. Mai in der Erhardtstraße an der Isar vor den Augen seiner Freundin ebenfalls von einem hochaggressiven Unbekannten erstochen wurde. Das bestätigte am Freitag Polizeisprecher Werner Kraus auf tz-Anfrage.

Hier hatte der Täter vorher Domenicos Freundin grundlos angespuckt. Von dem Isar-Mörder existiert lediglich eine DNA-Spur, die nun mit der DNA des Schlosskanal-Würgers verglichen werden soll. Der 33-Jährige sitzt seit dem Angriff in Nymphenburg wegen gefährlicher Körperverletzung in U-Haft, weigert sich aber, eine Speichelprobe abzugeben.

Marko T. wohnte früher in Gern und hat dort auch noch Bezugspunkte. Am Sonntag verfolgte er auf Höhe der Stievestraße mit dem Fahrrad einen 35-jährigen irakischen Angestellten, der am Kanal mit seiner Freundin (23), einer Arzthelferin aus Bosnien-Herzegowina, spazieren ging. Der 33-Jährige radelte permanent neben den beiden her, stieß den jungen Mann dabei mehrfach an und wurde richtig lästig.

Der 35-Jährige rief den unverschämten Verfolger schließlich – genau wie damals Domenico L. – scharf zur Ordnung. Dann setzte er sich mit seiner Freundin auf eine Bank. Da bremste Marko T. in voller Fahrt sein Fahrrad ab, schleuderte es auf den Boden und versuchte, den völlig überraschten Iraker mit dem Kettenschloss zu erdrosseln. Dabei fügte er ihm eine Platzwunde am Auge zu. Passanten kamen zu Hilfe und hielten Marko T. fest, bis die Polizei kam.

Weil Marko T. keinen festen Wohnsitz und zudem eine offene Bewährungsstrafe hat, wurde er direkt in die U-Haft nach Stadelheim gebracht. Die Soko Cornelius erwirkte einen richterlichen Beschluss für die Entnahme einer Speichelprobe, die notfalls auch unter Zwang genommen wird.

Dorita Plange, Sebastian Arbinger

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