Nach Antrag von ÖDP und Freien Wählern

Isar: Scherben-Streit geht weiter - Stadt lehnt Glasflaschen-Verbot ab

Tonnenweise Party-Müll an der Isar.
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Tonnenweise Party-Müll an der Isar. Ein Glasflaschen-Verbot soll es aber nicht geben.

Die Stadt lehnt es ab, an der Isar ein Glasflaschen-Verbot zu verhängen. Das schreibt die Verwaltung in einer Vorlage. Die ÖDP hatte das Verbot beantragt - und ist nun sauer.

Scherben und Müll in den Morgenstunden an der Isar. Viele Leser hatten sich wegen der Hinterlassenschaften Feiernder an unsere Zeitung gewandt, ÖDP und Freie Wähler hatten analog zur Türkenstraße auch ein nächtliches Glasflaschen-Verbot für Teile der Isar beantragt. Doch daraus wird nichts. „Die Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben“, schreibt der Chef des Kreisverwaltungsreferates, Thomas Böhle (SPD), in einer Vorlage, mit der sich der Stadtrat am kommenden Dienstag befassen soll.

Weiter heißt es: „Anders als in der dichten Wohnbebauung in der Maxvorstadt, in Schwabing und im Glockenbachviertel bietet die Isar eine beachtliche Größe und Weitläufigkeit, sodass es hier nicht zu dicht gedrängten Menschenmassen und der Stolper- oder Verletzungsgefahr durch Glasbruch kommt.“ Überdies stünden an der Isar genügend Mülleimer zur Verfügung. Nennenswerte Vorkommnisse bezüglich Schnittverletzungen oder Ähnlichem seien nicht bekannt. Ferner zeigten erhöhte Entsorgungskapazitäten, die vermehrte Reinigung und die Kampagne „Deine Isar“ positive Auswirkungen, sodass ein Verbot rechtlich nicht begründbar sei.

Ob die Grünen dem zustimmen, ist offen. Man werde sich erst am Montag abschließend eine Meinung bilden. Die SPD derweil lehnt ein Verbot ab. „Dass sich Menschen am Ufer treffen, sich dort sonnen, entspannen und ein Bier trinken, gehört doch zum Münchner Lebensgefühl“, sagt SPD-Vize Christian Vorländer. „Die allermeisten Leute verhalten sich auch nach Einschätzung der Polizei sehr vernünftig und sollten nicht das Fehlverhalten einzelner ausbaden müssen.“ Fraglich sei zudem, was ein Glasflaschenverbot an dieser Stelle bringen soll. Dass die Menschen mehr Plastikflaschen und Dosen mitbrächten, könne nicht im Sinn de Sache sein.

ÖDP-Chef Tobias Ruff derweil ist sauer: „Weder die Aussagen der Polizei noch der Verwaltung können wir nachvollziehen. Viele Münchner haben uns in den vergangenen Wochen berichtet, dass sie sich an der Isar wegen der zahlreichen Glasscherben und Kronkorken nicht mehr wohlfühlen und, dass sie ihre Kinder hier nicht mehr spielen oder barfuß laufen lassen können.“ Auch für Tiere stellten Glasscherben eine Gefahr dar. „Ich kann nur raten, die Isar an einem frühen Montagmorgen zu besuchen – ich bin gespannt, ob man sich dann trauen würden, auf festes Schuhwerk zu verzichten.“  

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