Isarkunstwerk: Stadt lässt es entfernen

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Die Isarnixe ist entfernt worden

München - Die Meerjungfrau ist Kopenhagens bekannteste Sehenswürdigkeit. Auch München hatte für kurze Zeit eine kleine teuflische Isarnixe, doch ihre Karriere als Fotomotiv endete ziemlich abrupt.

Spaziergänger staunten am Dienstagmorgen ungläubig, als sie auf der bei der Renaturierung geschaffenen Isarinsel zwischen Wittelsbacher Brücke und Reichenbachbrücke plötzlich einer bronzefarbenen Frauenfigur mit schwarzer Perücke und Fledermausflügeln gegenüberstanden. Ein unbekannter Künstler hatte sich die Mühe gemacht, das Kunstwerk nachts zur Insel zu schleppen und auf einen Wurzelstumpf zu schrauben.

Das Baureferat hatte für diese Art von Kunst wenig Verständnis und ließ die teuflische Isarnixe am Mittwochnachmittag abmontieren und wegschaffen, nachdem sie am Morgen vom Flussmeister entdeckt worden war. „Die Figur liegt jetzt im Bauhof, der Besitzer kann sie gerne wieder abholen“, so die Sprecherin des Baureferates, Nina Lindinger.

Der Künstler blieb am Mittwoch einstweilen erst mal freilich unbekannt. Lachen mag Lindinger über die Nacht- und Nebelaktion nicht: „Die Isarinsel ist eine Brutstätte für gefährdete Vögel, darum herrscht dort Betretungsverbot.“ Immerhin will die Stadt den Künstler nicht belangen und auch keine Rechnung für den Abtransport schicken – falls er überhaupt jemals bekannt wird.

J. Welte

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