Fahndung der Polizei

Isarmord: Tausende Handys im Visier

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Die Verwandten geben die Hoffnung langsam auf, den Mörder von Domenico L. zu erfahren. Die Polizei setzt auf Handy-Besitzer, die rund um den Tatort eingeloggt waren.

München - Eine schreckliche Tat in München, die immer weitere Kreise zieht. Nach dem Isarmord an Domenico L. im Mai 2013 ermittelt die Polizei weiter fieberhaft. Im Visier sind nun tausende Handys.

Die Polizei ist gerade erneut dabei, jede Menge Daten auszuwerten, sagt Sprecher Sven Müller. Tausende Handy-Nutzer bekommen Post. Und das nicht nur, wenn sie in der Nähe des Tatortes leben.

Die Polizei überprüft alle Handy-Besitzer, die in der Tatnacht am 28. Mai 2013 in der Nähe waren. "Wir haben auch schon jemanden in Heidelberg angeschrieben", sagt Müller. München sei eine Ausflugsstadt, da kommen die Leute halt von überall her. Im Prinzip laufen die Ermittlungen im Mordfall "Domenico L." bundesweit. Von Interesse sind Mobiltelefone, die in Funkzellen rund um den Tatort an der Erhardtstraße eingeloggt waren.

Die Beamten erhoffen sich endlich Hinweise auf den Mörder von Domenico L.. Manchmal sind es nur kleine Spuren, die die Ermittlungen vorantreiben, meint Polizei-Sprecher Müller. Die Untersuchung der Daten sei jedoch vollkommen routinemäßig. Bisher gestaltet sich der Fall hartnäckig - selbst ein Beitrag bei "Akzenzeichen XY" blieb ohne erwähnenswerte Resonanz. Die "Soko Cornelius" ist mittlerweile aufgelöst - nach Mammut-Ermittlungen. Über 600 Hinweise gingen bei der Polizei ein, bis heute mussten sich rund 3000 Männer einer Speichelprobe unterziehen – alles bisher ohne Erfolg.

Die Familie des 31-jährigen Ingenieurs hat die Hoffnung mittlerweile aufgegeben, dass sie jemals erfahren wird, was in jener Nacht genau passiert ist beziehungsweise wer für den Tod des lebensfrohen Mannes verantwortlich ist.

Bekannt ist nur: Der Mord, der bis heute viele Münchner fassungslos macht, geschah am Abend des 28. Mai gegenüber des Europäischen Patentamts an der Erhardtstraße. Domenico Lorusso, Ingenieur bei Airbus, hatte mit seiner Verlobten in einem Café am Gärtnerplatz einen Absacker getrunken. Tags darauf wollten sie in ihre süditalienische Heimat Potenza reisen und ihren Familien die freudige Nachricht überbringen, dass sie heiraten werden. Gegen 22 Uhr radelten sie an der Isar entlang in Richtung ihrer Wohnung am Wiener Platz in Haidhausen. Als ein dunkel gekleideter Passant seine Verlobte grundlos anspuckte, stellte ihn Lorusso zur Rede. Kurz darauf sackte er blutend zusammen, der Unbekannte hatte mehrmals mit einem Messer auf ihn eingestochen, dann flüchtete er.

kg/mm

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