An der Haltestelle Isartor

Horror-Sturz nach Oktoberfest-Besuch: Schweizer sagt ganz offen, was er auf der Wiesn geplant hatte

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Die Aufnahme zeigt den dramatischen Moment am Isartor. 

Ein 23-Jähriger stürzte während des Oktoberfests ins Gleis der Haltestelle Isartor. Zwei Frauen versuchten verzweifelt, die S-Bahn zu stoppen.

Update vom 9. Oktober, 9.32 Uhr: Zwei Frauen aus München haben ihm während der Wiesn das Leben gerettet (siehe unten). Nun will ein 23-Jähriger aus der Schweiz, der lediglich eine Schürfwunde am Knie davon getragen hat, eine der Heldinnen treffen. „Es wird mir eine Ehre sein, die Frau kennenzulernen, der ich mein Leben verdanke“, sagte der Mann dem Schweizer Blatt Blick.

Sein Besuch in München habe ein klares Motiv gehabt, erklärt der Schweizer: „Ich ging zum Oktoberfest mit einem Ziel: Bier trinken. Viel zu viel Bier.“ Dieses Vorhaben war ihm bei seinem Sturz am Isartor zum Verhängnis geworden. Auch die 33-jährige Tanja E. hatte sich bereits nach dem Opfer erkundigt. Einem Wiedersehen dürfte nichts im Wege stehen.

Video: Passant rettet Jungen aus Gleisbett

S-Bahn rauschte heran: Mann nach Horror-Sturz gerettet - Heldinnen schildern schreckliche Sekunden

Update vom 1. Oktober, 9.05 Uhr: Am Montagabend (30. September) meldeten sich zwei Frauen bei der Polizei, die im Zusammenhang mit dem Sturz eines Schweizers am Samstagmorgen den Triebfahrzeugführer einer S-Bahn vor einem im Gleis liegenden Mann gewarnt hatten, sodass die S-Bahn rechtzeitig zum Stehen gekommen war (siehe Erstmeldung). 

Dank zahlreicher Medienberichte, in denen dazu aufgerufen worden war, dass sich zwei couragierte Helferinnen melden sollen, sind die beiden zunächst unbekannten Frauen des Vorfalles nun bekannt. Beide meldeten sich Montagnachmittag bei der Polizeiinspektion 11. Bei der Frau, die dem Mann als Erstes zu Hilfe eilte, handelt es sich um eine 33-jährige Münchnerin. 

München: Frauen retten 23-Jährigem nach Sturz das Leben

Die Verkäuferin nannte ihren Einsatz gegenüber der Bundespolizei als „selbstverständlich“. Sie schilderte, dass sie den „Sturz beobachtet und dass der ins Gleis gestürzte Mann auf ihre Ansprache nicht reagiert hatte“. Nachdem die S-Bahn gestanden war, wählte die 33-Jährige den Notruf und setzte die Rettungskette in Gang. Ein weiterer unbekannter Passant zog den Mann den Bahnsteig hoch und legte ihn auf eine Sitzbank, wo er wenig später vom Rettungsdienst versorgt wurde. 

Bei der zweiten Gesuchten handelt es sich um eine 46-jährige Münchnerin aus Allach. Sie kam der 33-Jährigen zu Hilfe und gemeinsam versuchten sie den Triebfahrzeugführer durch Handzeichen auf den Verunglückten im Gleis aufmerksam zu machen, was auch gelang.

Isartor: Aufnahme zeigt Horror-Notfall an Haltestelle: Mann (23) stürzt plötzlich aufs Gleis

Erstmeldung vom 28. September: 

München - Glück im Unglück hatte wohl ein 23-Jähriger aus der Schweiz. Der junge Mann stürzte am frühen Morgen ins Gleisbett. Wie die Bundespolizei München am Samstag erklärt, wollte der junge Mann gegen 7 Uhr am Haltepunkt Isartor Richtung Rolltreppe gehen. Auf seinem Weg schwenkte der Mann jedoch nach rechts, er stürzte an der Kante bäuchlings ins Gleisbett. 

München: 23-Jähriger stürzt am Isartor ins Gleisbett - Frauen reagieren goldrichtig 

Eine bislang unbekannte Frau wurde auf den Vorfall aufmerksam, sie versuchte vom Bahnsteig aus sofort, sich um den nicht ansprechbaren Mann zu kümmern. Wie die Polizei jedoch erklärt, hatten sich andere Reisende, welche die Situation laut Videoaufzeichnung ebenfalls bemerkten, einfach vom Unglücksort entfernt.

Als eine S-Bahn vom Tunnel in die Haltestation einfuhr, versuchte die noch unbekannte Frau mit ausgebreiteten Armen den Triebfahrzeugführer vor dem Mann im Gleis zu warnen. Eine weitere, nun hinzugekommene Frau, gibt mit der Hand ebenfalls ein Notsignal. Die beiden Frauen reagierten offenbar im richtigen Moment, die S-Bahn kommt etwa 30 Meter vor dem Verunglückten zum Stehen. Der 23-jährige Schweizer wird anschließend von Rettungskräften geborgen und verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Rettung in letzter Sekunde: Mann stürzt in München ins Gleisbett

Wie die Münchner Bundespolizei in einem Statement dann erklärt, kann eine richtige Reaktion in solch einem Moment Leben retten. Demnach könne ein Arm in Richtung eines herannahenden Zuges „im Kreis geschwungen“ werden. 

„Aber Vorsicht! Das „Kreissignal“, das gegeben wird, wenn ein Zug oder eine Rangierfahrt sofort zum Halten gebracht werden muss, gilt nur im Notfall. Wer wissentlich ein falsches Notzeichen vortäuscht, macht sich strafbar“, warnt die Bundespolizei jedoch vor Missbrauch des Signals. 

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits am Freitag an der Donnersbergerbrücke. Eine 18 Jahre alte Frau wehrt sich nach einem eskalierenden Streit, sie schubst einen 21-Jährigen ins Gleis. Ein tragischer Unfall ereignete sich in Bogenhausen. Ein Führerschein-Neuling hat in Bogenhausen auf fahrlässige Weise mit seinem Auto einen schlimmen Unfall verursacht. Eine 50-jährige Radfahrerin wurde erfasst. Ein 74-Jähriger belästigt einen zwei Jahre jüngeren Mann in der Münchner S-Bahn. Als beide in Buchenau aussteigen,zückt einer der beiden plötzlich ein Messer. *(Merkur.de)


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