Am Isarufer: Biologe von Schlange gebissen!

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Der Münchner Biologe Ulf A. (41) machte unterhalb der Grünwalder Brücke äußerst schmerzhafte Bekanntschaft mit einer gereizten Kreuzotter.

München - Aus Leichtsinn ist der Biologe Ulf A. am Sonntag am Isarufer von einer Kreuzotter gebissen worden. Der 41-Jährige geriet in Lebensgefahr – ohne es zu ahnen.

Im Nachhinein könnte sich der Biologe Ulf A. (41) sonstwohin beißen, dass ihm solch ein Fehler unterlaufen ist. Vermutlich lag es einfach an der Faszination, die ihn jedesmal packt, wenn er in freier Wildbahn eine Schlange sieht. Wie eben am Pfingstsonntag, als er auf dem Uferstreifen zwischen Isar und Isarkanal unterhalb der Grünwalder Brücke eine pechschwarze Schlange sah, die er für eine Ringelnatter hielt. Tatsächlich aber war es eine Kreuzotter. Und die biss zu. So geriet Ulf A. in Lebensgefahr – ohne es zu ahnen.

Der 41-Jährige unternahm am Sonntag mit einer Freundin eine Radltour an der Isar „Wir wollten uns die Kaulquappen-Tümpel anschauen.“ Dann jedoch entdeckte er die schwarze Schlange, die sofort floh. „Ich wollte sehen, ob es noch mehr davon gibt.“ Nach kurzer Suche fand er die Schlange wieder. Ulf A. hat seine Diplom-Arbeit über Eidechsen geschrieben, ist den Umgang mit Reptilien gewohnt und wurde auch schon mal von Nattern gebissen. „Das hat mir nie etwas ausgemacht.“ Also suchte er sich einen V-förmigen Ast, mit dem er die Schlange fixierte.

„Ihr Verhalten hätte mich warnen können. Sie lag nach Kreuzotter-Art zusammengerollt in aggressiver Abwehrstellung.“ Als er nach dem Kopf der Schlange griff, biss das Tier zu. „Sie hat den rechten Zeigefinger erwischt. Eine kleine Schwellung an der Fingerkuppe. Mehr war’s nicht.“

Ulf A. und seine Begleiterin radelten zurück nach München. Kurz vorm Tierpark fühlte sich der Biologe plötzlich unwohl. „Die Augen brannten. Die Zunge schwoll an.“ Der Beginn einer drohenden Erstickungsgefahr. Glücklicherweise war die Rinecker-Klinik ganz nahe.

„In der Ambulanz bekam ich massive Kreislaufproblem und mir wurde so übel.“ Oberarzt und Chirurg Dr. Thomas Nagel erkannte sofort den Ernst der Lage: „Es war eine äußerst heftige Reaktion, die ich so noch nie gesehen habe. Die Vergiftung an sich war nur ein Teil des Problems. Im Vordergrund stand ein massiver, allergischer Schock, den wir mit Kortison und Sauerstoff in den Griff gekriegt haben.“

Auch vier Tage danach ist Ulf A.’s rechter Arm noch geschwollen, die Haut unter der Achsel feuerrot und heiß. Er bekommt Antibiotika-Infusionen. Am Mittwoch musste seine Hand operiert werden wegen der bakteriellen Infektion – ebenfalls eine Folge des Bisses. Frühestens in einer Woche darf er heim.

Seine Faszination für Schlangen jedoch ist ungebrochen. „Es sind wunderbare Tiere und ich werde mich immer freuen, wenn ich eine sehe. Nicht die Schlange, sondern ich habe schließlich den Fehler gemacht.“

Dorita Plange

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