Für ein harmonisches Miteinander

Islam-Forum in München: So gelingt die Integration

München - Das Münchner Islam-Forum will, dass Integration funktioniert. Deshalb gibt es nun einen Ratgeber mit den wichtigsten Tipps für Muslime in Deutschland.

Die neue Broschüre.

Als Moafaq Al Mufti (42) vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland kam, hatte er nichts. Kein Geld, keine Wohnung, keine Sprachkenntnisse. „Ich wollte nur einen sicheren Ort für meine Familie – und den habe ich gefunden“, sagt der Syrer. Er trägt Anzug und Krawatte, hat Deutsch gelernt, arbeitet Vollzeit und unterstützt jetzt Flüchtlinge, sich in der neuen Welt zurecht zu finden – ein Beispiel für gelungene Integration.

„Das, was Deutschland für mich getan hat, möchte ich jetzt zurückgeben“, sagt Al Mufti. Er weiß nicht, wann er, seine Frau und die Kinder wieder nach Damaskus zurückkehren können. In Syrien tobt der Krieg. „Jetzt ist Deutschland meine Familie. Die Sprache ist der Schlüssel.“

Bevor der Familienvater nach München kam, arbeitete er in seiner Heimat bei der amerikanischen Botschaft. Seine Mutter ist in Jordanien in Sicherheit. Der Bruder und die Schwiegereltern blieben in Damaskus. „Dort ist es gefährlich. Ich würde sie gern nach Deutschland holen aber noch reicht mein Gehalt dafür nicht aus.“ Als IT-Spezialist spricht Al Mufti fließend Englisch, findet auch in Deutschland schnell Anschluss. 

Imam Benjamin Idriz (l.) und Alt-OB Christian Ude stellten die Broschüre vor.

Der Verein Asyl Plus, sein jetziger Arbeitgeber, erkennt seine Fähigkeiten. Mit seiner Hilfe entsteht in Bad Tölz ein Computerraum, in dem Flüchtlinge Deutsch lernen. Das Land, in dem er vor zweieinhalb Jahren als Flüchtling ankam, hat ihm eine Chance gegeben, Moafaq Al Mufti hat sie genutzt. Seine beiden Kinder besuchen die Realschule. „Ich mache ihnen ständig klar, dass sie viel lernen müssen, um für das Land nützlich zu sein.“ Al Mufti will für Neuankömmlinge ein gutes Beispiel sein. Seine Botschaft: Regeln, Sitten und Gebräuche im fremden Land kennen und respektieren!

Das steht im Ratgeber:

Das Münchner Forum für Islam hat eine Broschüre gestaltet, die Migranten bei der Integration helfen soll. Kuratoriums-Chef und Alt-OB Christian Ude war bei der gestrigen Vorstellung mit dabei. Die tz erklärt den Wegweiser:

Das „Grüß Gott“ ist islamisch korrekt, weil auch Muslime gerne über Gott sprechen. Bei Begrüßung und Verabschieden Händeschütteln nicht vergessen!

Religionsfreiheit, Vielfalt der Religionen und das friedliche Zusammenleben sind Fundamente der menschlichen Gesellschaft.

Deutschland ist ein Bildungsparadies. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Beherrschen der Sprache.

Werte, Bildung und fleißige Arbeit machen Deutschland stark. Euer Engagement kann Deutschland noch stärker machen.

Frauen und Männer sind gleichgestellt, sie haben gleiche Rechte.

Die meisten Menschen in Deutschland achten auf Sauberkeit und verhalten sich umweltfreundlich. Mehr Infos:www.islam-muenchen.de.

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