"Sterben, um zu leben"

Neuperlacher auf dem Weg in Heiligen Krieg verhaftet

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Wurde auf der Ausreise nach Syrien geschnappt: Samir aus Neuperlach geht der Polizei ins Netz.

München - Er befinden sich auf dem Weg in den Heiligen Krieg. Doch am Ende landet Samir A. aus Neuperlach in den Fängen der Polizei. Nun droht dem mutmaßlichen Islamisten Haft.

Das Foto zeigt ein Flugzeug, das in den Himmel steigt. Darüber hat Samir A. (26) auf seiner Internetseite die Worte geschrieben: „Ich habe beschlossen, zu sterben, um zu leben.“ Schon länger hatte der Neuperlacher anscheinend geplant, nach Syrien zu reisen, um dort für die Terrormilitz zu kämpfen, zu morden und zu brandschatzen. Am 10. Oktober sollte es so weit sein. Aber daraus wurde nichts: Am Flughafen hat die Polizei Samir A. geschnappt.

Erstmals wurde somit ein Islamist wegen einer neuen Vorschrift gleich bei der Ausreise verhaftet. „Wir hatten den Verdächtigen schon seit einiger Zeit im Auge“, verrät Staatsanwältin Judith Henkel gegenüber der tz. „Wir gehen davon aus, dass er nach Syrien reisen wollte, um sich dort paramilitärisch ausbilden zu lassen.“

Gefängnis Stadelheim

Die jetzige Verhaftung macht eben jener neue Absatz im Strafgesetzbuch vom Juni möglich: Der Paragraf 89a, 2a. Er soll verhindern, dass Islamisten ausreisen, sich in Terrorcamps ausbilden lassen und dann an terroristischen Taten beteiligen. Heißt in Juristendeutsch: Die Ausreise aus Deutschland „steht unter Strafe, sofern jemand zum Zweck der Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ausreisen will“.

Islamist drohen bis zu zehn Jahre Haft

Das Strafmaß reicht von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft. „Der Verdächtige wollte nach unseren Erkenntnissen über Istanbul nach Adana fliegen und sich von dort weiter in das türkisch-syrische Grenzgebiet begeben“, so die Staatsanwaltschaft. Das wollte man unbedingt verhindern.

Stellt sich die Frage: Wer ist dieser junge Mann aus Neuperlach, der für den Terror kämpfen will? Wer tut so etwas? Fakt ist: Samir A. ist gebürtiger Münchner – doch er ist schon länger in der Islamisten-Szene aktiv. Laut BR hatte er kurz vor seiner versuchten Ausreise auf Facebook gepostet: „Die Abkürzung zum Paradies ist der Dschihad auf dem Wege Allahs.“ Der Dschihad – der Heilige Krieg also.

Münchner solidarisieren sich mit Samir

Zudem hat Samir Fotos von Waffen, Gewehren und kämpfenden Terroristen auf seiner Seite gut sichtbar positioniert. Immer wieder spricht er davon, dass ihm Allah den richtigen Weg gezeigt habe, lobt die „Tapferkeit“ der IS-Männer in Syrien.

Wie der BR berichtet, solidarisierten sich nun Islamisten auch aus München mit Samir im Internet. Sie hoffen, dass er bald freikommt, und sie forderten ihre Mitbrüder auf, ihm zu schreiben.

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