Islamisten-Prozess: Bundesanwalt fordert dreieinhalb Jahre Haft

München - Er soll Propagandamaterial ins Internet gestellt und versucht haben, in ein Terroristen-Camp zu gelangen: Ein 31-Jähriger soll dafür mehr als drei Jahre ins Gefängnis. Das Gericht verkündet in einer Woche das Urteil.

 Im Verfahren gegen den letzten von acht mutmaßlichen Islamisten hat die Bundesanwaltschaft am Dienstag dreieinhalb Jahre Haft für den 31-Jährigen gefordert. In das geforderte Strafmaß wurden von den Anklägern zwei frühere Verurteilungen eingerechnet.

Der Mann muss sich vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten, weil er die Terrororganisationen Al Kaida und Ansar al-Islam unterstützt haben soll. Der 31-Jährige hat dem Plädoyer zufolge 2006 und 2007 Propagandavideos für Al Kaida hergestellt und über das Internetportal der militanten Globalen Islamischen Medienfront verbreiten lassen. Ferner habe er sich mehrfach bemüht, in ein Terror-Ausbildungslager von Al Kaida im pakistanisch- afghanischen Grenzgebiet zu gelangen. Das Ziel: Die Teilnahme am Djihad (“Heiliger Krieg“).

Die ursprünglich Mitangeklagten im Alter von 19 bis 29 Jahren, darunter die Schwester des 31-Jährigen, wurden bereits zu Bewährungsstrafen und Arbeitsauflagen verurteilt. Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft setzten die Entscheidungen “ein Zeichen gegen den Internet-Djihadismus“.

Strafmildernd berücksichtigte die Bundesanwaltschaft die seit den Straftaten vergangene Zeit und die Dauer des Prozesses mit 35 Verhandlungstagen seit April. Dem stünden die zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten seit seinem 14. Lebensjahr wegen Gewalt-, Eigentums- und Verkehrsdelikten gegenüber.

Verteidiger Herwig Troisch ging von den Angaben des Angeklagten aus, der die Herstellung und Verbreitung von Propagandamaterial im Internet bestritten hat. Troisch beantragte entsprechend Freispruch. Das Urteil soll am nächsten Dienstag (6. Dezember) verkündet werden.

dpa

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