Demonstrationen in der Stadt

Münchner gehen wegen Nahost-Konflikt auf die Straße - OB Reiter warnt vor Angriffen

In München gab es am Freitag zwei Demos wegen dem Nahost-Konflikt: Am Odeonsplatz für Israel, am Hauptbahnhof für Palästina
+
In München gab es am Freitag zwei Demos wegen dem Nahost-Konflikt: Am Odeonsplatz für Israel, am Hauptbahnhof für Palästina.

Die Spaltung im Nahen Osten: Am Freitag wurde sie durch Demos auch in München sichtbar. Am Odeonsplatz gingen Menschen für Israel auf die Straße, im Bahnhofsviertel Unterstützer von Palästina.

München - Solidarität mit Israel für Frieden im Nahen Osten forderten die rund 250 Demonstranten, die sich am Freitagnachmittag auf dem Odeonsplatz trafen. Ein breites Bündnis aus jüdischen Verbänden und Organisationen gegen Antisemitismus hatte zu der Kundgebung aufgerufen, nachdem die Lage im Nahen Osten in den vergangenen Tagen eskaliert war. „Die Hamas zielt wahllos auf die Zivilbevölkerung, Juden und Araber in Israel leben in Angst vor den Raketen“, kritisiert Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München* und Oberbayern. „Dass Israel sein Recht auf Selbstverteidigung nutzt, ist für uns selbstverständlich.“ Das Bündnis zeige: „Wir stehen in dieser schweren Zeit an der Seite unserer Freunde in Israel.“

München: Demonstranten fordern Frieden in Israel und Palästina - Warum klappt es nicht?

Fast zeitgleich zu der Aktion am Odeonsplatz gab es einen Demonstrationszug mit bis zu 600 Teilnehmern von der Theresienwiese zum Stachus – unter dem offiziellen Motto „Zum Gedenken der Opfer von Gewalt in Israel und Palästina“. Hier hatten sich vor allem Unterstützer der Palästinenser zusammengefunden, die mit Flaggen durchs Bahnhofsviertel marschierten. Ihre lautstarke Forderung: „Freiheit für Palästina“. Und auch sie postulierten: „Wir wollen Frieden.“

Laut Auskunft der Polizei* blieben beide Veranstaltungen friedlich – anders als etwa zuletzt eine Demo in Gelsenkirchen, bei der antisemitische Parolen gebrüllt wurden. Antisemitische Angriffe in Deutschland: Das war auch das tragende Thema der Münchner Demo am Odeonsplatz. Unter anderen sprach Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle (CSU). Er sagt: „Wenn Menschen jüdischen Glaubens von einem wüsten Mob bedroht werden, gibt es keine Rechtfertigung!“

Spaenle hatte dem bayerischen Kabinett angesichts der sich häufenden antiisraelischen Vorfälle ein Präventionskonzept vorgeschlagen. Erfolge gegen Judenfeindlichkeit und Antisemitismus ließen sich „nur mit einer starken Solidarität mit Jüdinnen und Juden, umfangreichen Anstrengungen präventiver Bildungsarbeit sowie nachhaltiger Repression gegen antisemitische Gewalttäter“ erzielen, sagte der Antisemitismusbeauftragte weiter.

München: OB Reiter warnt vor Angriffen stellvertretend für die Gewalt im Nahen Osten

Münchens Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) wurde deutlich: „Kein Fußbreit dem Antisemitismus!“ Und: „Keine Toleranz gegenüber Israel-Hass.“ Habenschaden weiter: „Wir werden alles dafür tun, um Jüdinnen und Juden in München zu beschützen.“

Das stellte zuvor auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)* klar. „Ich habe deswegen heute mit dem Münchner Polizeipräsidenten Thomas Hampel gesprochen und er hat mir versichert, dass jüdische Einrichtungen durch die Polizei verstärkt geschützt und Versammlungen genau beobachtet werden“, so Reiter in einer Erklärung. Der OB stellte sich klar vor die jüdische Gemeinde in München. „Wer Jüdinnen und Juden in dieser Stadt stellvertretend für die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten haftbar macht oder gar angreift, handelt antisemitisch.“

Gazastreifen: Verletzte und Tote auf beiden Seiten - Eskalation nach Zwangsräumungen

Die Gewalt im Nahen Osten eskaliert weiter: Aus dem Gazastreifen wurden seit Montag mehr als 1800 Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär reagierte mit Vergeltungsangriffen und attackierte ein Tunnelsystem der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas. Auf beiden Seiten gibt es Tote und Verletzte: Israel berichtete am Freitag von acht Opfern, das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium im Gazastreifen von mehr als 120 Toten.

Die Vereinten Nationen forderten, die Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen für Hilfslieferungen zu öffnen. Als Auslöser gelten unter anderem Polizei-Absperrungen in Jerusalem, die viele Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen Auseinandersetzungen mit Palästinensern aufgrund von Zwangsräumungen durch israelische Siedler und Zusammenstöße auf dem Tempelberg. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA 

Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Auch interessant

Kommentare