Vier Tage vor Anschlag: Attentäter flog von Düsseldorf nach Manchester

Vier Tage vor Anschlag: Attentäter flog von Düsseldorf nach Manchester

Schwieriges Pflaster

Ist Taxifahren in München zu günstig? 

+
Die Taxipreise setzen sich aus einer Grundgebühr und einem Kilometerpreis zusammen. Häufig gelten für die ersten Kilometer höhere Sätze. Zur besseren Vergleichbarkeit ist der Preis für eine sechs Kilometer lange Fahrt angegeben. Aufgeführt sind jeweils die Tagespreise. In der Nacht gelten in den meisten Städten teurere Tarife.

Taxifahrer kämpfen in München mit großer Konkurrenz. Eine Folge: In der Stadt, in der fast alles teurer ist als anderswo, sind die Fahrpreise im bundesweiten Vergleich moderat. Ob die Preise zu niedrig sind, ist unter den Taxiunternehmen umstritten. Konkurrenten wie Uber und Clever Shuttle machen zusätzlich Druck.

München - Ein nächtlicher Nachhauseweg in München ist nicht immer spaßig: Die letzte U-Bahn ist weg, die Nachttram kommt erst in einer halben Stunde. Bleibt als bequeme Alternative ein Taxi. Aber ist das nicht viel zu teuer? 

Ein bundesweiter Vergleich zeigt: Taxifahren in München ist erstaunlich günstig. Vergleicht man die Preise mit anderen Großstädten in Deutschland, kommt man hier für relativ wenig Geld von A nach B. Eine Beispielstrecke von sechs Kilometern kostet in München etwa 14,70 Euro, Staus und Wartezeiten an Ampeln nicht eingerechnet. Der Preis setzt sich zusammen aus einem Grundpreis von 3,50 Euro und einem Kilometerpreis von je 1,90 Euro für die ersten fünf Kilometer, 1,70 für die Kilometer fünf bis zehn. Zum Vergleich: Eine Fahrt in Ingolstadt kostet fast genauso viel. In Berlin zahlt man für die Strecke etwa einen Euro mehr, in Düsseldorf sogar drei.

Im März 2016 hatten sich die Vertreter des Taxigewerbes mit dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) zuletzt auf eine Taxitarifordnung geeinigt. Die Preise sind niedrig, da sind sich alle Beteiligten einig. Nicht aber über die Gründe dafür. Reinhard Zielinski, Vorstand der Taxizentrale „Taxi München“, sagt,schon seit Jahren seien die Tariferhöhungen immer äußerst maßvoll. Schließlich müssten die Kunden die Preise auch akzeptieren. „Woanders kalkuliert man nicht so gut wie in München.“

Als Taxler kann man in München nicht leben

Anders sieht das Christian Hess vom Isarfunk, der zweiten Münchner Taxizentrale: „Die Preisanpassung ist aus unserer Sicht zu niedrig ausgefallen“, sagt er. „Den gestiegenen Lebenshaltungskosten und der Einführung des Mindestlohns ist nicht Rechnung getragen worden.“ Angesichts der hohen Kosten zum Beispiel für die Miete sei es in München schwierig, als Taxler ein Auskommen zu haben, wenn man sich zu hundert Prozent an die Regelungen zu Arbeitszeiten und Pausen halte. „Viele erzielen ihr Einkommen dadurch, dass sie länger arbeiten“, sagt Hess. Eine Schicht dauert zehn bis elf Stunden, in dieser Zeit macht ein Fahrer etwa 15 Fahrten, erklärt Zielinski.

Höchste Taxi-Dichte Deutschlands

In München gibt es zu viele Taxikonzessionen. Das bestätigt ein Gutachten, das die Stadt 2015 in Auftrag gegeben hat. Für das KVR ist das der Grund für die niedrigen Preise. München hat die höchste Taxidichte Deutschlands: Auf tausend Einwohner kommen zwei Taxis. Viele der Konzessionen sind noch Relikte aus den 70er-Jahren, als zu den Olympischen Spielen sehr viele Konzessionen ausgegeben wurden. Seither ist der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel aber deutlich vorangeschritten, es werden weniger Taxis benötigt.

In Sachen Konzessionen gibt es eine Lösung. Der Stadtrat hat als Konsequenz aus der Studie jüngst beschlossen, rund 700 der bestehenden 3368 Taxikonzessionen sukzessive einzukassieren. Damit will man nicht nur die Verdienstchancen erhöhen, sondern auch schwarze Schafe aussortieren. Im Visier hat das Kreisverwaltungsreferat unter anderem Fahrer, die wegen des harten Konkurrenzkampfs kurze Fahrten verbotenerweise ablehnen oder die Taxiuhr nicht einschalten. Es habe sich eine „Schattenwirtschaft“ im Taxigewerbe gebildet, heißt es im Gutachten.

Lesen Sie auch: Lizenzentzug - jetzt sprechen Münchens Taxler

Zusätzlicher Druck durch Mitfahr-Apps

Nicht nur die Taxifahrer untereinander stehen in Konkurrenz. Zusätzlicher Druck kommt von den Smartphone-Apps Uber und Clever Shuttle. Beide haben Mietwagenkonzessionen. Für sie gelten andere Regelungen: Erstens müssen sie nicht jede Fahrt annehmen, zweitens legen die Unternehmen die Preise selbst fest – und sind damit deutlich günstiger als Taxis. Bei CleverShuttle kalkuliert die App außerdem eine Strecke, auf der auch andere Fahrgäste ein- und aussteigen können. Kunden teilen sich so den Preis.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist Initiative gefragt, da sind sich die Vertreter der beiden Taxizentralen einig. Einerseits fordern sie, die Flughafengebühr und die Kosten für Kreditkartenzahlungen auf die Kunden umlegen zu dürfen, wie das in anderen Städten bereits der Fall ist.

Andererseits müssten sich die Taxler auch selbst an die Nase fassen, sagt Christian Hess. Freundlichkeit und ein sauberes Auto seien noch immer nicht für alle selbstverständlich. Vielmehr müsse man heutzutage eigentlich sogar Getränke während der Fahrt anbieten. Reinhard Zielinski von München Taxi sagt: „Taxifahren ist auch eine Lebensphilosophie. Das macht man, weil man es gerne tut, nicht, um damit reich zu werden.“

Lesen Sie auch: Freie Wahl bei Sitzplatz und Fahrzeug - Ihre Recht im Taxi

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
FCB-Meisterfeier: Sperrungen, Kontrollen und keine U-Bahn 
FCB-Meisterfeier: Sperrungen, Kontrollen und keine U-Bahn 

Kommentare