Geschichtsmagazin zum Stadtjubiläum: Bronze der Figur könnte vom Koloss von Rhodos stammen

Ist unsere Bavaria ein Mannsbild?

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Ein Teil der Bronze der Bavaria könnte vom Koloss von Rhodos stammen.

München - Zumindest ein Teil der Bronze der Bavaria-Statue an der Theresienwiese könnte schon eine Jahrtausende alte Karriere hinter sich haben.

Es ist gut möglich, dass die Statue von 1850 wenigstens zum Teil aus einer Bronze gegossen wurde, die einst ein Teil der antiken Koloss-Riesenfigur war, die die Hafeneinfahrt von Rhodos überspannte und zu den sieben Weltwundern gezählt wurde. Der Koloss stürzte bei einem Erdbeben ein. Die Türken könnten seine Bronze für den Bau der Kanonen verwendet haben, die über lange Umwege schließlich in den Münchner Schmelzöfen gelandet waren.

Wie diese Geschichte genau verlief, kann man in der vom Gruner + Jahr-Verlag zum 850. Münchner Stadtjubiläum herausgegebenen Spezialausgabe des P.M. History-Magazins nachlesen, das der Redaktionsleiter Sascha Priester gestern im Hofbräuhaus vorstellte.

Auf 110 Seiten führt das Sonderheft den Leser durch die Stadtgeschichte: Von der Vorgeschichte über die Anfänge unter Heinrich dem Löwen, die Zeit der Kurfürsten und Könige über die dunklen Zeiten im 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Noch nie gezeigte historische Aufnahmen, zum Teil aus dem Nachlass von Karl Valentin, liefern Einblicke in eine Stadt, wie sie so noch kaum einer kennt.

„Viele Bürger gehen hier jeden Tag an historischen Stätten vorbei, an denen oftmals Weltgeschichte geschehen ist, ohne sich der Bedeutung der Plätze bewusst zu werden“, so Redaktionsleiter Priester.

Das Sonderheft bietet neben aus neuen Blickwinkeln beleuchteten „Klassikern“ der Münchner Geschichte, etwa der Affäre König Ludwigs I. mit der Tänzerin Lola Montez oder dem Rätsel um den Tod König Ludwigs II., viele neue Facetten aus 850 Jahren Stadthistorie.

Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass das erste Kapitel von Bram Stokers Grusel-Klassiker Dracula in München spielte? Stoker musste das Kapitel streichen, weil dem Verlag der Roman sonst zu langatmig gewesen wäre. Immerhin blieb am Anfang des Romans stehen: „3. Mai, Bistritz. Verließ München um 8.55 morgens am 1. Mai.“

Das Magazin zeigt außerdem exklusiv eine Zeichnung Adolf Hitlers, die er einem Freund geschenkt hatte. Darauf zu sehen: eine Ruine im Frankreich des 1. Weltkriegs. Sehr bewegend ist das Interview des Redaktionsleiters Priester mit dem Münchner Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, der sich aus Liebe für ein Leben in Deutschland entschied.

Johannes Welte

Quelle: tz

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