Letzte Generalaudienz in Rom

Zwei Münchnerinnen: So haben wir den Papst erlebt

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Papst Benedikt XVI.

Rom - Die Münchnerinnen Marina Freyberg (16) und Pia  waren am Mittwoch bei der letzten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. in Rom. So haben sie den Abschied vom Heiligen Vater erlebt.

Gymnasiastin Marina (besucht das Edith Stein Gymnasium ) konnte sich am Dienstag spontan einer Münchner Pilgergruppe anschließen, die Papst Benedikt XVI. in Rom ihren Dank ausdrücken wollte. "Da hatte ich wirklich viel Glück. Ich war zwar schon mal in Rom. Den Heiligen Vater hatte ich zuvor aber noch nie live gesehen. Ich war total aufgeregt. Das war wirklich Wahnsinn."

Am Dienstagnachmittag fuhr die Pilgergruppe mit dem Bus von München aus los. Am Mittwochmorgen um 6 Uhr trafen sie in Rom ein. Nach einem  Frühstuck in ihrer Unterkunft und einer kurzen Gelegenheit, sich nach der 14-stündigen Busreise frisch zu machen, ging es in Richtung Petersplatz, wo die Münchner Gruppe um 7 Uhr eintraf. "Wir hatten großes Glück. Uns wurden sogar noch Sitzplätze zugewiesen", erzählt Marina.  "Wir saßen in der Mitte des Petersplatzes, links neben dem Obelisken. Dort waren wir von Gläubigen vor allem aus Spanien, aber auch aus Italien und Frankreich umringt. Man hat aber auch viele Bayern in der Menge gesehen." Obwohl zehntausende Gläubige vor ihnen standen und saßen konnten die Münchner - auch dank moderner Übertragungstechnink - alles gut verfolgen, was sich während der Generalaudienz abspielte.

Papst Benedikt: Die schönsten Fotos von der Abschiedsaudienz

Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Tausende Gläubige haben sich auf dem Petersplatz versammelt, darunter viele Pilger aus Deutschland. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Viele Pilger aus Deutschland haben sich auf dem Petersplatz in Rom versammelt. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
"Danke" sagt ein Spruchbanner: Viele Pilger aus Deutschland haben sich auf dem Petersplatz in Rom versammelt. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Weiß-blaue Fahnen aus Bayern, der Heimat des Papstes, sind besonders oft zu sehen. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Die Blaskapelle Traunstein spielte zu Ehren des Papstes die Bayern-Hymne. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Auch die Katholische Universität Eichstätt bedankt sich beim bayerischen Papst. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Im "Papamobil" fährt Benedikt XVI. auf dem Petersplatz ein. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Im "Papamobil" fährt Benedikt XVI. auf dem Petersplatz ein. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Papst Benedikt XVI. grüßt die Gläubigen bei seiner letzten Generalaudienz. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Sein Privatsekretär Georg Gänswein (links) stützt Papst Benedikt XVI. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Papst Benedikt XVI. grüßt die Gläubigen bei seiner letzten Generalaudienz. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Papst Benedikt XVI. grüßt die Gläubigen bei seiner letzten Generalaudienz. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Benedikt XVI. spricht Grußworte aus und spendet den Gläubigen seinen Segen. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Gegen 12.00 Uhr ist seine letzte Audienz beendet. Papst Benedikt XVI. geht von der Bühne. © dpa Bildfunk
Benedikt XVI.: Papst-Audienz in Rom
Papst Benedikt XVI. fährt vom Petersplatz ab. Ein Hubschrauber wird ihn später in die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo bringen. © dpa Bildfunk

Auch wenn die mehrsprachigen Worte Benedikts XVI. des Öfteren von Applaus und Jubel unterbrochen wurden, herrschte auf dem Petersplatz laut Marina eine andächtige Atmosphäre. "Es war sehr leise und zuweilen etwas gedrückt. Alle haben ihm sehr aufmerksam zugehört."

Sie fand den letzten großen Auftritt des Heiligen Vaters "sehr beeindruckend." Viele Menschen um sie herum hätten mit den Tränen gekämpft oder geweint. "Es war ja das letzte Mal, dass man einen großen öffentlichen Auftrtitt von ihm gesehen hat", meint die Gymnasiastin.

Als Höhepunkt der Generalaudienz empfand Marina die Bayernhymne auf dem Petersplatz, die zu Ehren des Papstes aus Marktl am Inn gespielt wurde. "Man hat gesehen, dass es dem Heiligen Vater sehr gefallen hat."

Papst Benedikt XVI. hat Marina (sie war acht Jahre alt, als er auf den Stuhl Petri gewählt wurde) durch ihre Kindheit und Jugend begleitet. "Er wird der Kirche sicher in sehr guter Erinnerung bleiben", meint die 16-Jährige. "Er hatte eine großartige Ausstrahlung. Und er war ein großartiger Vermittler zwischen den Religionen." Der Nachfolger Benedikts XVI. werde sicher "eine komplett andere Persönlichkeit sein", vermutet die Münchnerin.

Diese Männer könnten Papst werden

Mögliche Papst-Nachfolger
Wer wird der nächste Papst? Längst gibt es Spekulationen über mögliche Nachfolger von Benedikt XVI. © dpa
Marc Ouellet
Marc Ouellet (68): Der Kanadier und päpstliche Delegat gilt als Favorit bei den Buchmachern. Seine Chancen stehen laut Vatikan-Insidern nicht schlecht, denn er hat sich in Rom profiliert. Sein Problem ist allerdings die geringe Lobby der Katholiken in Nordamerika. © dpa
Tarcisio Bertone
Tarcisio Bertone (78): Der Kardinalstaatssekretär ist Italiener und kennt den Vatikan gut. Bertone war eine Art Regierungschef unter Benedikt, er gilt aber als umstritten und kann keine Fremdsprache. Gegen ihn spricht auch eine ­vatikanischen Redewendung, nach der kein Kandidat zu sehr im Vordergrund stehen sollte. Denn: Wer als Papst in die Wahl gehe, der komme als Kardinal wieder heraus. © dpa
Angelo Scola
Angelo Scola (71): Auch der Mailänder Erzbischof gehört zu den italienischen Kandidaten. Er wurde auch schon als Nachfolger von Johannes Paul II. gehandelt. © dpa
Peter Turkson
Peter Turkson (65): Er könne sich gut vorstellen, dass erstmals ein Afrikaner Papst werde, sagte Benedikt einmal. Glaubt man den Wettanbietern, ist diese Lösung wahrscheinlich: Afrikanische Kardinäle liegen bei den Buchmachern hoch im Kurs. Ganz vorne unter den Kandidaten: der ghanaische Kardinal Peter Turkson. Er ist Präsident des Päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit. © dpa
Francis Arinze
Francis Arinze (81): Auch der erfahrene Kurienkardinal Francis Arinze aus Nigeria wird bei Wettanbietern hoch gehandelt. © dpa
Joao Braz de Aviz
Joao Braz de Aviz (65): 2011 ernannte ihn Benedikt zum Präfekt der Ordenskongragation. Der Brasilianer ist Kurienkardinal. © AP
Odilo Pedro Scherer
Odilo Pedro Scherer (64): Der Kardinal von Sao Paulo mit deutschen Vorfahren zählt auch zum Favoritenkreis. Er vertritt die lateinamerikanische Kirche – häufig war zu hören, aus ihren Kreisen solle der neue Pontifex stammen. © dpa
Luis Antonio Tagle
Luis Antonio Tagle (55): Der Philippine ist Erzbischof von Manila und wurde erst im November 2012 zum Kardinal ernannt – trotzdem hat er keine schlechten Chancen. In der Philippinischen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Kommission für die Glaubenslehre. © dpa
Jorge Mario Bergoglio
Jorge Mario Bergoglio (76): Geheimen Aufzeichnungen zufolge stimmten bereits in der Konklave 2005 etwa 40 Kardinäle für den Brasilianer. © dpa
Leonardo Sandri
Leonardo Sandri (69): Auch der argentinische Kurienkardinal gilt als recht aussichtsreicher Kandidat. © dpa

Am Mittwoch stand für die Pilgergruppe noch eine Heilige Messe im Vatikan auf dem Programm. Am Donnerstag wollen die Gläubigen die Verabschiedung des Papstes von den Kardinälen live verfolgen. Am Nachmittag geht es dann wieder per Bus in die bayerische Landeshauptstadt.

Auch Pia aus München zeigt sich nach der Generalaudienz bewegt. "Es war eine unglaubliche Stimmung. Unter allen Pilgern auf dem Petersplatz war eine Dankbarkeit für das Pontifikat von Benedikt XVI. fömrlich spürbar – und eine starke Freude, dass man dieser Kirche, die aus so vielen Nationen besteht, angehören darf. Wir alle auf dem Petersplatz sind wirklich dankbar, dass wir diesen Papst gehabt haben. Und natürlich auch für seinen Dienst für die Kirche."

Für Pia waren bei der letzten Generalaudienz Benedikts XVI. "natürlich auch Wehmut und Traurigkeit mit dabei. Wenn man weißt, dass man ihn zum letzten Mal öffentlich sieht, ist das ja ganz klar." Allerdings habe der Papst auch betont, dass sein Dienst für die Kirche auch nach seinem Rücktritt nicht ende. "Der Heilige Vater hat uns ja versichert, dass er den Weg der Kirche weiterhin im Gebet begleiten wird - uns uns im Gebet nahe bleiben wird. Auch wenn wir ihn nicht mehr sehen, wird das Bewusstsein bleiben, dass wir mit Benedikt XVI. einen großartigen Papst gehabt haben."

Besonders gefallen hat ihr, "dass auf dem Petersplatz so viele junge Menschen waren, denen man ihre Begeisterung für die Kirche angemerkt hat. Was mich auch besonders berührt hat, war die Demut dieses Papstes. Er hat sein Leben ganz in den Dienst der Kirche gestellt und wird das auch weiterhin tun. Aber immer im Bewusstsein, dass es nicht seine Kirche ist, sondern die Kirche Jesu Christi."

fro

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