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Drama am Isar-Wehr

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Ein Feuerwehrmann seilt sich ab, um die Frau aus dem Schlauchboot zu bergen. © Feuerwehr München

München - In einer dramatischen Rettungsaktion sind gestern zwei Schlauchbootfahrer aus einer Wasserwalze in der Isar gerettet worden.

Das war knapp, sehr knapp sogar! Mit viel Glück und vor allem dank des Könnens der Retter ist ein italienisches Pärchen gestern am späten Nachmittag dem Tod in der Isar entronnen. Die Touristen (24 und 21) waren nach Angaben der Münchner Feuerwehr mit ihrem Schlauchboot versehentlich durch ein Wehrtor eines Kraftwerkes unweit der Großhesseloher Brücke gefahren. Es blieb in einer Wasserwalze hängen und drohte zu kentern.

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Es ist etwa 17.15 Uhr, als ein Hobbyradler, von Solln kommend, Richtung Isarufer fährt. Dort sieht er schon mehrere Menschen auf dem Wehr stehen, die wild gestikulieren und mit einem Seil hantieren. Und er hört Schreie. Hilferufe, die von panischer Angst ums eigene Leben kunden. Der 44-Jährige hält sofort an und sieht, was passiert ist. Eine junge Frau (21) und ihr Begleiter (24) sind mit einem winzigen, blau-gelben Schlauchboot durch ein Wehrtor gefahren, das auf der  Hochwasser führenden Isar geöffnet war. Direkt dahinter hängen sie nun in einer Wasserwalze mit ihren bis zu zwei Meter hohen Wellen fest. In ihrer Not klammern sie sich an an die kleinen Eisenringe, die in die Wehrmauer eingelassen sind. Derweil versuchen die herbeigeeilten Passanten vergebens, das Pärchen mit einem Seil und einem Schlauch zu retten. Wenige Minuten später treffen Helfer der Münchner und der Pullacher Feuerwehren sowie die Polizei am Unglücksort ein. Man versucht, das Pärchen mit einem Rettungsring und langen Stangen zu bergen – vergebens. Dann nähern sich Hubschrauber – und mit ihnen die Rettung. In einer spektakulären Aktion seilt sich ein Feuerwehrmann zu den Havarierten ab und will zunächst das Mädchen mit einem Klettband an sich gurten. Dies schlägt aber fehl, weil sich die 21-Jährige in ihrer Angst an ihrem Begleiter festgekrallt hat. Im dritten Anlauf packt der Feuerwehrmann aber entschlossen zu, umklammert die junge Frau mit Armen und Beinen und lässt sich hochziehen. Gerettet! Weil das Mini-Boot jetzt um einige Kilo leichter ist, wird es für den 24-jährigen Mann umso gefährlicher. Das Gefährt droht endgültig zu kentern. Gottlob gelingt es den Helfern auf dem Wehr, den Touristen  mit Stange und Seil nach oben und in Sicherheit zu ziehen. Während die beiden Geretteten mit Unterkühlung ins Krankenhaus kommen, ist der Radler voll des Lobes: „Was der Feuerwehrmann am Seil vollbracht hat, war eine Klasseleistung!“

mdu

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