Jagd auf Stink-Bomber

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Die Polizei jagt diesen Mann: Überwachungskameras dokumentieren, wie er das Einkaufszentrum betritt.

München - Wer ist dieser Mann, und was treibt ihn dazu, arglosen Menschen Angst und Ekel zuzufügen? Seine Masche: Aluminiumsulfid.

Seit Freitag jagt die Münchner Polizei das Stinktier vom PEP – den Mann, der seit April bereits neun Mal eine übel riechende Flüssigkeit in den Papierkörben des Perlacher Einkaufszentrums PEP versenkte.

Obwohl die Polizei am Freitag bereits Fotos des bislang unbekannten Täters veröffentlichte, kam bis Sonntag kein einziger brauchbarer Hinweis auf seine Identität.

Die seltsame Serie begann bereits im April. Da roch es im PEP immer wieder penetrant nach faulen Eiern. Die Haustechniker fanden schnell die Quelle: Eine Flüssigkeit in Schraubdeckel-Behältnissen, die im Erdgeschoss und im ersten Stock in die Abfalleimer gestellt worden waren. Polizeisprecher Andreas Ruch: „Die Haustechniker haben mehrfach die Abfalleimer geleert und den Inhalt entsorgt.“ Bei der siebten Geruchs-Attacke im ersten Stock vor dem Eingang des Bekleidungshauses Peek&Cloppenburg am 15. Juni schaltete die Center-Leitung die Polizei ein.

Am 23. Juni die nächste Attacke – wieder vor den Überwachungskameras, deren Bilder der Polizei nun als Fahndungsfotos dienen. Am Freitag schlug der Mann gleich zwei Mal zu: Um 17.15 Uhr wieder vor dem Eingang von Peek&Cloppenburg. Zwölf Kunden und Angestellte klagten über Übelkeit und Hustenreiz.

Für die zehnte und bislang letzte Ekel-Attacke wählte der Täter keine Stunde später den U-Bahnhof Neuperlach aus. Gegen 21 Uhr wurde auch der U-Bahnhof im Ostbahnhof wegen einer starken Geruchsentwicklung gesperrt. Dabei handelte es sich jedoch –wie sich später erwies – um Chemikalien, die ein Friseur verbotenerweise in den Gully entsorgt hatte. Bei der penetrant nach faulen Eiern riechenden Stinkbomben-Flüssigkeit handelt es sich um Aluminiumsulfid, das auch bei der Wühlmaus-Bekämpfung eingesetzt wird. Kommt der Stoff mit Feuchtigkeit in Verbindung, entsteht giftiger Schwefelwasserstoff, der je nach Konzentration zu Hustenreiz, Atemnot, Schwindel und Kopfschmerzen führen kann.

Dorita Plange

Brutale Bilder aus München: Wenn Überwachungskameras Straftaten filmen

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